hier kommt sie die hammerhead front

24. Oktober 2008

flye
die reunions sind nicht aufzuhalten. jeder band kehrt als zombie zurück. wie die fälle reagan youth und dead kennedys zeigen, bewahrt nicht einmal die hartnäckige verweigerung von essentiellen bandmitgliedern (dave rubinstein ist schlicht tot, yello biafra hat keinen bock) vor der reunion tour. hammerhead werden aber immerhin vollzählig erscheinen. ist das ganze ein promo gag von perkoro records um die verkaufszahlen der „neuen“ hammerhead lp zu steigern? auf dieser scheibe sollen wohl alle 7″es, compilationbeiträge und ähnliches zusammengetragen werden. beim artwork wurde dem vernehmen nach wieder voll auf die provo 12 gehauen. man muss sich halt mühe geben um im gespräch zu bleiben. montag ging die scheibe ins presswerk. es ist also damit zu rechnen, das die reunion auch eine release show wird.
aus kultgründen wurde die show ins hinterzimmer des hafenklangs gebucht. mit dem erfolg, das das konzert binnen kürzester zeit ausverkauft war. hammerhead werden deswegen nach dem ersten konzert am gleichen abend noch ein zweites mal spielen. aber dieses 2. konzert ist wohl auch bereits ausverkauft. ich habe zum glück karten für die erste show und hoffe, das sich die probleme des letzten HH konzerts in HH (ich zu besoffen) und des vorletzten (HH lahm und alt und fett mit grauen schläfen, batsch) nicht einstellen werden.
kleiner nachtrag: oh ein youtube promo video!

das kapital – der film

manch dinge nimmt man ersteinmal so zur kenntniss und weiss nicht was man davon halten soll. das neue deichkind album gehört in diese kategorie. und dann gestern, überschrift bei weltonline: Karl Marx‘ Bestseller „Das Kapital“ wird verfilmt.
man informiert sich, aha alexander kluge hat die finger drin, nach einer idee von sergei eisenstein, mit helge schneider
der titel rückt den erwartungshorizont jedoch recht gründlich gerade:
„Nachrichten aus der ideologischen Antike“
ich denke eisenstein hätte einen anderen titel gewählt.
der welt artikel
die anpreisung bei suhrkamp

lieblingsthema goldies

21. Oktober 2008

schorsch kamerun verdient sein geld bereits seit geraumer zeit beim theater. da muss von zeit zu zeit ein interview gegeben werden um das eigene schaffen zu bewerben. in diesem fall tat er das mit der taz und das ergebnis ist nicht lesenswert. bei dem eigentlichen programm fiel mir vor allem auf, das er nicht vergessen hat viele alte bekannte in ebenjenem unterzubringen. ein sympatischer zug. schade das ich mir geschworen habe dieses münchen nie wieder zu betreten. aber das ist eine andere geschichte.
das ted gaier neulich dem stern ein interview gab erweckte erst kein sonderliches interesse. stern, das ist ja fast noch schlechter als die taz!
aber es liest sich dann doch überraschend gut. der jägermeister und sponsoring exkurs lässt sich ausführlicher in einem artikel nachlesen den ted letztes jahr in der zeit über die jägermeisterrock liga veröffentlicht hat. der geradezu dadaistische leserkommentar setzt eine gut schlusspointe und erinnert zugleich daran welches medium man da gerade konsumiert.

rainald grebe – für immer punk

rainald grebe – die chinesische schubkarre (angeblich hidden track auf der miesen goldies tribute scheibe)

lebenszeichen von alten leuten

15. Oktober 2008

ersteinmal erscheint bei buback eine DVD über die goldenen zitronen. darin enthalten ist peter otts doku „übriggebliebene ausgereifte haltungen“. hier ein trailer:

die kinopremiere ist für anfang november angegeben. anfang des jahres hatte ich die gelegenheit einer vorführung im lichtmesskino in altona bei zu wohnen. und was ich da zu sehen bekam gefiel. die entstehungsgeschichte der lenin wurde detailiert gezeigt. ausserdem der weg der band von den frühesten anfängen bis heute mit allen brüchen, besetzungswechseln, höhen und tiefen beleuchtet. die interviews mit schorsch und ted wurden von einem alten mann nachgesprochen. aber fan sollte man schon sein und sich gut mit dem gesamtwerk der zitronen auszukennen kann auch nicht schaden.
das filmplakat
desweiteren wird die doku über die aufnahme der „schaffot zum fahrstuhl“ (die ich immer noch verzweifelt auf vinyl suche. aber fuck off an die, welche sie mir für über 25 euro verscherbeln wollen. hab ich nicht!) in bukarest sowie sämtliche musikvideos in der doppel DVD enthalten sein. auf tour sind sie im dezember auch noch. vielleicht spielen sie da bereits neue lieder. angeblich sollen bereits im juni proben für eine neue platte stattgefunden haben.
nicht zu empfehlen!
das tributealbum ist im grossen und ganzen nicht empfehlenswert und in teilen sogar eine sehr grosse enttäuschung! das zieht sich von der aufmachung bis hin zu auswahl der tribute gebenden bands und der gewählten songs durch. allein rainald grebes version von „für immer punk“ weiss ein wenig zu entschädigen. FINGER WEG!
ebenfalls beim major label erscheint dieser tage eine neue kommando sonne-nmilch platte.

ich bin gespannt. fand ich das erste live konzert dem ich letzten dezember im hafenklang (~15 €) beiwohnte noch mau wussten sie mich auf dem konzert im ehemaligen taz gebäude in der chemnitzstrasse (~ 5 €) schon mehr zu überzeugen. spätestens seit dem genialen konzert im lessing/taubenscheissetunnel (0 €) bin ich fan. für dezember sind zwei konzerte angekündigt:
19.12.08 Hannover, Cafe Glocksee
20.12.08 Berlin, Festsaal Kreuzberg

veranstaltungshinweis

7. Oktober 2008

Do. 30.10., 19:30 Uhr: Staatsbürger ohne Uniform
Informationsveranstaltung zum Berufsbild des Gedenksoldaten
mit Günther Jacob

KÖLIBRI / GWA St. Pauli Süd e.V., Eintritt: frei

Gedenkstätten wurden von staatlicher Seite lange als „feindlich“
wahrgenommen und mussten, wie die Gedenkstätte Neuengamme gegen den
Widerstand der Stadt Hamburg, erkämpft werden. Es war also nicht immer schon
normal, dass Bürger und Bürgerinnen mit und ohne Uniform gemeinsam aus den
deutschen Verbrechen lernen wollten für aktuelle und kommende Kriege.
Inzwischen ist die KZ-Gedenkstätte Neuengamme in der Mitte der Gesellschaft
angekommen – seit 2008 soll ein Bundeswehrsoldat dort als
Gedenkstättenpädagoge arbeiten.
Ein anderer freier Mitarbeiter, der dagegen protestierte und die Diskussion
der Gedenkstättenleitung mit den Überlebendenverbänden über das Verhältnis
von Gedenkstättenpolitik und Militär einforderte, wurde kurzerhand
rausgeworfen. In den Solidaritätsbekundungen mit dem geschassten Guide wurde
meist die Maulkorb-Politik der Gedenkstätte kritisiert, aber nur selten die
Mitarbeit eines Soldaten an einer Gedenkstätte für NS-Opfer grundsätzlich in
Frage gestellt.

Veranstalter: FSK – HAMBURGER STUDIENBIBLIOTHEK UND EINZELPERSONEN

desweiteren wurden auf der 3.10. demo in HH leute attackiert, weil sie israelfahnen zeigten. bei phex gibt es die erklärung von bak shalom. schlimm, das die demoleitung sich nicht eindeutig von den angreiferInnen distanziert hat!