Soli Potpourri

25. Februar 2007

In Ägypten ist ein Blogger wegen seiner Bloggerei zu vier Jahren Knast verknackt worden. Drei Jahre gab es für die Beleidigung des Islams und ein Jahr für Beleidigung des Präsidenten.
Hier gibt es eine Soli Seite: Free Kareem!
via Cliffcosmos
Bereits seit dem 12. Dezember sitzt ein Berliner Antifa im Knast. Ihm wird vorgeworfen an einer Auseinandersetzung mit zwei Nazis beteiligt gewesen zu sein und deswegen wird ernsthaft wegen versuchtem Totschlag gegen ihn ermittelt. Mehr Infos bei: Freiheit für Matti
Da so ein Verfahren eine Menge Geld kostet macht Pink Tank Entertainment eine Soliparty für Matti. Diese findet am Samstag den 24. März in der Roten Flora statt.
Spielen werden Just Went Black, Betty Oetker und Kasablanka. Im Anschluss gibt es noch Party. Hoffentlich nicht mit der üblichen langweiligen Kackmusik die gerne zu solchen Anlässen aufgelegt wird.

Last but not Least: Der Staat dreht ja zuhnehmend voll am Rad und ist sich in letzter Zeit ja nicht einmal zu blöd Leute wegen mit EINDEUTIG antifaschistischer Intention gezeigter Hakenkreuze zu kriminalisieren. In Hamburg hat es die Nervensäge Holger Halfmann getroffen. Vielen durch sein penetrantes Auftreten als fliegender Händler auf Demos oder seine leicht wahnsinnigen Indymedia Beiträge bekannt. Auf einen anderen Vorfall in Pinneberg hat Andreas Speit in der aktuellen Jungle World hingewiesen:

Seine Behörde scheint den Appell aber nicht vernommen zu haben. Am 2. März wollte eine Antifa-Initiative ein Konzert unter dem Motto »Reagieren statt tolerieren – Keinen Fußbreit dem Faschismus« in Pinneberg veranstalten. Im Geschwister-Scholl-Haus sollten »Surfits«, »Subversiv« und andere Bands auftreten. Flyer und Plakate waren entworfen, als die Polizei mitteilte, sie werde keine »durchgestrichenen Hakenkreuze« zulassen oder gar »Dinge«, die die Rechten provozieren könnten. Jede Person, die ein durchgestrichenes Hakenkreuz trage, werde festgenommen, und wenn in der Stadt »irgendwo etwas passiere«, werde das Konzert abgebrochen. Das Motto wurde untersagt. Die Ini­tiative sagte die Veranstaltung schließlich ab.

Andere Fälle: Feindaufklärung Rechtsstaat gegen David Goldner und nix gut.

Richtig Geil!

Ich hatte bereits komplett die Hoffnung RISE AND FALL aus Belgien in einem netten Ambiente zu sehen aufgegeben.
von http://www.pacoweekenstroo.com
Zum einen hatte ich den Eindruck, dass sie um Norddeutschland einen Bogen machen, andererseits schien es so als ob sie nur noch im Vorprogramm von dicken Acts (aktuell mit Comeback Kid, im Juni/Juli mit CONVERGE) in entsprechend doofen Venues auf Tour kommen.
Aber am So den 18. März werden RISE AND FALL zusammen mit VITAMIN X (aus den Niederlanden, die wohl ebenfalls Live eine Macht sind) in der ROTEN FLORA in Hamburg. Ja ich weiss, die Band ist VOLL BOLLO. Aber in nem netten Laden die KUNG FU Spacken hoffentlich nicht die Oberhand gewinnen und ausserdem:
STUMPF IST TRUMPF!

EDIT 17.03.07: Sie haben die Show ABGESAGT. Heute in Kassel auch. FUCK OFF!

Veranstaltungshinweis

24. Februar 2007

Nicht immer nur meckern sondern auch mal was gut finden. ich gestehe das fällt mir schwer.
Im März kommn jedoch zwei Bands aus Kalifornien auf Tour auf die ich mich wirklich freue.
Meine Begeisterung geht so weit, dass ich mir sogar die aktuelle LP von COMADRE GEKAUFT habe.
Comadre - Burn your Bones
Und das wo ich mich im allgemeinen mit „Sicherungskopien“ zufrieden gebe…
Und eine Band die sich nach einer Figur aus einem meiner Lieblingsfilme benennt kann auch nur gut sein.
Graf Orlock 20. Jhdt.
Graf Orlock heisst der Nosferatu im gleichnamigen Stummfilmklopper von 1922. Murnau bekam damals nicht die Rechte an Bram Stokers Buchvorlage Drakula und benannte die Personen einfach um. Drakula -> Orlock, Jonathan Harker -> Hutter etc. Damit ist er aber damals nicht durchgekommen und es kam zu einem Rechtsstreit in dessen Folge viele der Kopien vernichtet wurden. Aber zurück zum Thema.
Auf den verlinkten Bandsites von Comadre und Graf Orlock gibt es ordentlich was auf die Ohren. Hört einfach mal rein.
Comadre auf der Release Show spielen „hit me up on my celly-cell“, eine Schmuse Schunkel Liebesballade.

Graf Orlock live irgendwo in den USA.

Comadre und Graf Orlock kommen auf Europa Tour.

Hier die Tourdaten:
01.03.2007 GER- Giessen/ AK44 (w/ zann)
02.03.2007 GER- Mannheim/ juz
03.03.2007 GER- Leipzig/ Zoro (w/ zann)
04.03.2007 GER- Berlin/ cassiopeia (w/ zann)
05.03.2007 GER- Hamburg/ leon cavallo aka Rote Flora
06.03.2007 GER- Wolfsburg/ jugendhaus ost (w/ perth express)
07.03.2007 DK – Kopenhagen/ rehearsal space
08.03.2007 DK – Aalborg/ 1000 fryd
09.03.2007 F – Lille/ CCL
10.03.2007 UK – Brighton/ cowley club
11.03.2007 UK – Coventry/ the dog and trumpet
12.03.2007 UK – Edinburgh/ cannonsgate
13.03.2007 UK – Liverpool/ road kill (w/cheif)
14.03.2007 UK – Leeds/ basement
15.03.2007 UK – London/ vertigo
16.03.2007 B – Oostende/ OHK
17.03.2007 NL – Groningen/ vera
18.03.2007 GER – Aachen/ AZ (w/ trainwreck)
19.03.2007 F – Nancy/ TBC
20.03.2007 F – Lyon (w/ trainwreck)
21.03.2007 F – Paris/ La Miroiterie (w/ warsaw was war)
22.03.2007 F – Caen/ La Place (w/ Trainwreck)
23.03.2007 NL – Leiden
24.03.2007 B – Liege/ La Zone
25.03.2007 GER – Bielefeld/ AJZ (w/ Gang Green)
26.03.2007 GER . München/ Kafe Kult
27.03.2007 A – Wien/ 3raumbar (arena)
28.03.2007 GER – Nürnberg/ Musikverein
29.03.2007 CZ – Brno/ Yacht Club
30.03.2007 GER- Dresden/ AZ Conni (w/ zann)
31.03.2007 GER- Darmstadt/ villa (w/ zann)

stöckchen

9. Februar 2007

da pocahontas es so will,
sechs kuriose fakten über mich:

1.
eine hammerhead story muss reichen aber ich kann mich nicht entscheiden:
nach einem konzert in einer nahegelegenen kleinstadt stürzte ich leider schwer betrunken in meine eigene bierflasche.
da ich fröhlich vor mich hin blutete, wurde ein krankenwagen gerufen. augenzeugen bekrittelten später, ich hätte während des warte prozesses kontinuierlich rumkrakelt, dass ich kippen und bier benötige.
im klinikum angekommen wurde mir die hand genäht und besoffen wie ich war, bin ich auf der pritsche im behandlungszimmer eingeschlafen.
als ich wieder zu mir kam war ich allein. da ich die situation langweilig fand und auch nach hause wollte hab ich dann beschlossen zu gehen. prolematisch war es jedoch den weg zu finden.
ich irrte also durchs krankenhaus, war in op-räumen, schwesternzimmern, aufenthaltsräumen, zimmern mit aktenschränken, bloss den ausgang konnte ich leider nicht finden. irgendwann schaffte ich es zur rezeption. dort erfragte ich den weg.
leider konnte ich ihn dann immer noch nicht finden und drehte noch eine weitere runde durchs gebäude. bei der gelegenheit zockte ich noch eine flasche sekt in irgend einem der räume die ich passierte.
endlich auf der strasse angekommen machte ich mich auf den weg zum bahnhof und entkorkte die flasche sekt. da ich mich in einer mir unbekannten stadt befand und eh schon leichte schwierigkeiten mit der orientierung hatte, gestaltete sich die suche des kompliziert und langwierig.
irgendwann hatte ich es dann geschafft und bestieg wohlgemutes einen zug. die fahrscheinkontrolle holte mich dann auf den boden der tatsachen zurück. einerseits hatte ich leider überhaupt kein geld mehr, andererseits erklärte mir der kontroletti, dass ich mich in einem zug befinde der in die falsche richtung fährt. netterweise konnte ich dann an der nächsten station einfach aussteigen ohne mit irgendwelchen formalitäten behelligt zu werden.
nun musste ich in einem anderen kaff im heraufziehenden morgengrauen lange zeit auf den richtigen zug zu warten. der dort mitreisende schaffner war überhaupt nicht kooperativ und bestand darauf mich wegen schwarzfahrens anzuzeigen.
ein besonderer lichtblick der geschichte: ich hatte mir auf dem konzert das weisse album von Hammerhead zugelegt. diese schallplatte trug ich durchgängig unterm arm und ich habe sie weder verloren noch beschädigt und sie erfreut mich noch heute.
die andere schote spar ich mir mal…

2.
bei stürzen, die mit kopfverletzungen enden, schlage ich immer mit meiner linken augenbraue auf.

3.
ich wurde mal von der visions interviewt.

4.
ich bin bei einem stagediving versuch derartig heftig auf den boden aufgeschlagen, dass die band den song abgebrochen hat, um zu sehen ob ich noch lebe oder wenigstens verletzt bin.

5.
ich bin mal mit meiner 80 jährigen oma bei einem regional bedeutenden nazizentrum spazierengegangen. wir stehen vor dem haus und ich erkläre ihr gerade was das für leute sind. kommt auf einmal der hausmeister raus. es entwickelt sich ein harmloses gespräch und wir bekommen eine führung durchs gesamte gebäude.

6.
Dosenbier hat mir das leben gerettet. bei einem rotlichtverstoss meinerseits, wurde ich von einem auto seitlich gerammt, mehrere meter durch die luft geschleudert um mir beim aufprall auf den asphalt die linke (!) schulter zu brechen. die sechs halbliter dosen bier, welche ich in meinen jackentaschen transportierte waren hinterher bizarr verformt. mit flaschen wärs wohl bös ausgegangen. und ich hätte sie nicht später im krankenhaus noch trinken können.

ich habe den eindruck opfer eines pyramidenspiels zu sein. also werfe ich das stöckchen an besserscheitern, kaem, riotpropaganda und Antithesis.

„Die Demokratie braucht keine Schreihälse, sondern Eliten“

1. Februar 2007

So erfrischend offen formulierte heute die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan, das Credo ihrer Politik.
Ansonsten bewegte sich die Begrüssung der neuen Präsidentin der Universität, Frau Auweter-Kurtz, im Auditorium Maximum der Universität Hamburg, in recht ausgetretenen Pfaden.
Dank der, in einem früheren Bericht ausführlich besprochenen, unfairen Startbedingungen war der studentische Pöbel (handwerklich solide, wenn auch nicht gerade Originell in dieser Rolle: die üblichen Verdächtigen), nur in mittlerer Teamstärke angetreten. Und so ergab es sich, dass obwohl Interessierte an der Tür abgewiesen wurden, etwa 25% der verfügbaren Sitzplätze vacant blieben.
Es wurde an altbewährten Strategien festgehalten.
Das Podium sonderte, elektrisch Verstärkt, das übliche Gewäsch von Excellenz, Standort Logik, Effizienz, Verwertbarkeit etc ab.
Einzelne Nuancen, wie das leere Lippenbekenntniss des amtierenden Asta Vorsitzenden, gegen Studiengebühren, fielen nicht weiter ins Gewicht. Christian Höft nutzte vielmehr die Gelegenheit sich selbst, den Versammelten Entscheidungsträger, als hoffnungsvolle Charaktermaske an zubieten. Elite in Spe, viel Glück auf deinem Weg, aber bitte geh.
Genauso wie auf dem Podium nur die hinlänglich bekannten Phrasen abgespult wurde, kam auch aus dem Auditorium nichts neues. Um die mediale Ausschlachtung zumindest zu erschweren wurden die Pervormances der wichtigsten Redner durchgängig akustisch gestört. Einige der Parolen wirkten arg verstaubt, deplaziert oder schlicht dämlich. Da die Opponenten aber auch nicht gerade brillierte war es aber dennoch ein sehr ausgeglichenes Match.
Frau Auwetter-Kurtz (Motto: „Baden-Würtemberg – Wir können alles ausser Hochdeutsch“) wirkte als einzige etwas unroutiniert beim proforma ablesen der vorgeschriebenen Rede. Sie muss sich ohl erst daran gewöhnen, dass an der Küste oft ein rauer Wind weht. Aber vielleicht hat sie sich ja ein paar der Standard Formeln der geübten Redner abgeschaut. Dräger glänzte mit dem ersten Klassiker. Im Paternalistischen Ton bemerkte er: „Wir haben ihren Protest ja jetzt wahrgenommen.Bitte lassen sie uns nun mit der Veranstaltung fort fahren“.
Frau Schavan bemühte eine andere rhetorische Luftnummer: „Ich werde mit allen die es wollen nach der Veranstaltung, in einem anderen Saal diskutieren, wenn sie jetzt ruhig sind.“ Fiel leider niemand drauf rein, denn die Zielsetzung des Pöbels war ja eben die simple Störung dieser Veranstaltung.
So blieb es beim Patt. Weder gelang es der oppositionellen Studierendenschaft die Veranstaltung durch einen Eklat zu sprengen oder sonstwie zu skandalisieren.
Der Anschein von Normalität und universitären Frieden konnte aber ebenfalls nicht erweckt werden.
Meine persönliche Bilanz: sechs Käsestangen vom Buffet sind das einzig greifbare Resultat dieses nicht sonderlich unterhaltsamen Nachmittages. Die gewöhnliche Hamburger StudentInnenschaft hat einmal mehr eindrucksvoll ihre Lethargie unter Beweis gestellt.
Aber wen wundert das? Mich nicht!

Ergänzung:
Ein Musterbeispiel für selektive Berichterstattung der Medien liefern die ersten beiden Berichte die am 01.02.07 um 21h mittels google.news zugänglich waren.
Die Welt hat keinerlei Proteste bei der Veranstaltung wahrgenommen.
Für die Nachrichtenagentur DDP
hingegen stehen die lautstarken Proteste im Vordergrund. Sie spricht gar von einem Eklat.
Seltsam? Aber so steht es geschrieben…

Veranstaltungshinweis


Fall-out in a puddle of mud

EVERGREENS FROM THE WALKMANSECT

AtomicTitCorporation presents:
DJ Spinchesta – Itty B.Mobile – Dr.Legasto

special guest
Istari Lasterfahrer
(sozialistischer-plattenbau)

come and see
7.2.2007
Golden Pudel Club
Hamburg

ich kann zwar nicht hundertprozentig einschätzen, was einen auf dieser veranstaltung erwartet. das macht es aber gerade interessant. die schublade muss wohl erst noch gezimmert werden.
EDIT:
da ich weiss, dass meine LeserInnenschaft aus phantasielosen HolzköpfInnen besteht, hier ein Soundbeispiel.