meta quatsch

27. Januar 2007

Technorati Profile

hatecore und das ox

lotta, die antifa zeitung für NRW hat in der aktuellen ausgabe noch einmal bezug genommen auf die hatecore querelen. eifrige leserInnen mögen sich an meine früheren beiträge dazu erinnern.
seit dem hatte kornowski rumgeheult, wie gemein es von der antifa wäre, dass sie ihm nicht einfach einen persil schein ausstellen und die armen fackeln vom plastic-bomb meinten sich auch äussern zu müssen. aber lest selbst.

An der Sache vorbei – Die Debatte um die Marke “Hate-Core“

Im August 2006 verwiesen Personen aus der “Good night white pride“- Kampagne der Hardcore-Szene in einer Rundmail auf Verbindungen der Essener Textilmarke “Hate-Core“ zur extremen Rechten. Anlass war eine Werbeanzeige der Firma in der Ausgabe Nr. 67 des bundesweiten HC/Punk-Magazins OX. Es entwickelte sich eine rege Debatte, in die sich LOTTA aktiv einbrachte.

Die Bezeichnung “Hate-Core“ wurde von Brendan Rafferty, Sänger der in den 1990er Jahren zum linksradikalen Flügel der HC–Bewegung zählenden New Yorker Hardcore-Band S.F.A. kreiert. “Hate-Core“, so Rafferty, sei Ausdruck der Wut über gegenwärtige soziale und politische Ungerechtigkeiten. Es solle kein Synonym für Gewalt oder Diskriminierung sein. So allerdings wurde die Bedeutung des Begriffs von der extremen Rechten interpretiert. “Hate-Core“ bezeichnet dort einen härtere Spielart des RechtsRock, die sich am Hardcore orientiert.

In der OX-Anzeige bezog man sich ebenfalls auf Rafferty, ließ aber dessen politische Ausrichtung weg und ergänzte ein so verfälschtes Zitat um die Firmenphilosophie des “Hate-Core“-Inhabers David Kornowski: “Hate-core steht für einen geradlinigen Weg, und wir werden die Begrifflichkeit Hate-core gegen jegliche Politisierung verteidigen“. Als Unterstützer der neuen Kollektion wurden das Haaner OX-Fanzine selber, das Dortmunder Textilunternehmen Trashmark Merchandise und Kornowskis Essener Firma Label23.com aufgeführt.

Es entwickelte sich nun eine rege Debatte um das Mode-Label. Die LOTTA veröffentlichte zwei Stellungnahmen.(1) Auch das OX und Trashmark, sowie Kornowski selbst, ergriffen das Wort.(2)

Von “Gradlinigkeit“ kann bei Kornowski aber keine Rede sein, durchgehend versuchte er seine Verstrickungen in die neonazistische Szene zu verschleiern. Daran beteiligten sich anfangs auch OX und Trashmark. So hieß es im OX lediglich, der Marke “Hate-Core“ würden “aufgrund der mit diesem Namen verbundenen Uneindeutigkeiten Nähe zum rechten Lager unterstellt”.

“Mr. Hate” für 88 Mark

Dabei geriet die Firma “Hate-Core“ nicht aufgrund ihres Namens ins Visier antifaschistischer Kritik, sondern durch ein entsprechendes Sortiment und Äußerungen des Betreibers. Bereits 2001 hatte LOTTA über Kontakte des damals noch als “Germany hate-core Production“ firmierenden Unternehmens in die Neonazi-Szene veröffentlicht. (vgl. LOTTA Nr. 6, S. 16)

Die Kritikpunkte waren vielfältig: LOTTA wies auf verschiedene Interviews und Werbeanzeigen von Kornowski und seinem damaligen Mitstreiter Markus Kerst in rechten Fanzines hin. Der Katalog der Firma bot auch ein T-Shirt mit der Aufschrift “Bonehead“, der Bezeichnung für rechte Skinheads, an. Unter dem Motto “Ihr sei drinnen für uns, wir sind draußen für Euch“ wurde zudem eine Aktion beworben, in der man mit dem Kauf eines T-Shirts einen selbst gewählten Inhaftierten unterstützen konnte, der dann kostenlos das gleiche Shirt bekommen sollte. Geworben wurde mittels einer Postkartenaktion des rechten Zines Der Lokalpatriot. Im Begleittext hieß es: “Diese Initiative ist von der Germany hate-core Production ins leben gerufen worden, um den Geld geilen wichsern (Herbert E. / Thorsten L.) zu zeigen, daß es noch wahre Werte gibt, mit der Hoffnung, das solche Leute nicht mehr unterstützt werden” (Fehler im Original). Gezielt grenzte man sich gegen die in der Neonazi-Szene als “Geldmacher“ verschrieenen RechtsRock-Unternehmer Herbert Egoldt (Rock-O-Rama) und Torsten Lemmer (Moderne Zeiten/Rock Nord) ab. Die klare Botschaft an die extrem rechte Szene: Wir sind Teil der Szene, aber uns geht es nicht nur ums Geld, sondern um die wahren – nämlich politischen – Werte. Ebenfalls mittels Postkarten wurde für eine Plastik mit dem Namen “Mr. Hate“ in der Gestalt eines Ku-Klux-Klan-Männchen, für symbolträchtige 88,00 DM geworben. Auch war das Neonazi-Fanzine Freya’s Germanenorden über das Postfach der Firma zu beziehen. Es diente gar als Kontaktadresse der Redaktion. Trotzdem wies Kornowski im OX zurück, Verbindungen ins extrem rechte Lager unterhalten zu haben. Er wolle sich “von niemanden, egal aus welcher Ecke – vor seinen Karren spannen […] lassen.“

Mittendrin statt nur dabei

Im Zuge der Debatte wurden weitere Verstrickungen Kornowskis in die extreme Rechte bekannt. So grüßte er im “Hate-Core“-Katalog aus dem Jahr 2000 Neonazis wie den damals bundesweit bekannten Protagonisten von Blood & Honour und Besitzer des Nibelungen-Versandes, Jens Hessler, sowie Erik Meierhoff, Herausgeber des RechtsRock-Fanzines Der Lokalpatriot sowie Personen aus dem Kreis um das Polit-Fanzine Der Förderturm, z.B. Markus Marschinke aus Oberhausen. Weiter grüßte er den Moerser Frank Lewa, Neonazi aus dem westlichen Ruhrgebiet und Daniel “Gigi” Giese, Frontmann der Neonaziband Saccara und Musiker bei Stahlgewitter. Im Gegenzug wurde “David K/Hate-Core“ im Förderturm gegrüßt. In einem Interview in der achten Ausgabe des Fanzines Feuer & Sturm zählten die “Hate-Core“-Macher ihre Lieblingsbands auf: “Bound For Glory, Fortress, Centurion, Combat 18, No Remorse, eine deutsche Band mit L., Meteors, Saccara, HKL, Faustrecht […]“– mit Ausnahme der britischen Psychobillyband Meteors alles eindeutige RechtsRock-Bands. Die “deutsche Band mit L.“ dürfte die als kriminelle Vereinigung verurteilte Neonazi-Kultband Landser sein. Als Kontaktadresse fand sich unter dem Interview ein Werbeflyer der “Hate-Core Production“ mit Kornowskis damaliger Privatadresse in Oberhausen.

Einsicht?

Kornowski lässt keine Einsicht erkennen, mit der er einen ideologischen Bruch anstreben könnte. Seine Stellungnahmen zielen an der Sache vorbei. Er leugnet bestehende Fakten, versucht sich herauszureden: Die Plastik “Mr. Hate“ habe nur als Layout existiert, dabei waren professionell gedruckte Werbepostkarten erhältlich. Die “Knastkollektion“ sei unpolitisch gewesen. Die Behauptung, sie habe sich an die extrem rechte Szene gewendet, sei erfunden. Überhaupt sei auch diese Aktion nie veröffentlicht worden. Warum dann ausgerechnet “Herbert E.“ und Thorsten L.“ aufgeführt wurden, lässt er unbeantwortet. Marschinke sei ein alter Jugendfreund, dass der Neonazi sei, sei ihm neu. Kontakt habe er zu ihm gegenwärtig nicht, ebenso wenig wie zu Lewa, mit dem er nur Schallplatten gesammelt haben will. Meierhoff sei ihm nicht als Nazi bekannt gewesen, ebenso Hessler und Giese. Das zitierte Interview will er nicht gegeben, die genannten Bands nicht aufgezählt haben. Man habe lediglich Standardschreiben an Fanzines verschickt, deren rechter Charakter sei ihm nicht bekannt gewesen. Sein Postfach habe er dem Fanzine Freya’s Germanenorden nicht zur Verfügung gestellt – trotzdem war es über eben dieses erhältlich. Blood and Honour habe er nicht gekannt. Alles in allem eine interessante Anhäufung von Zufällen.

Blood and Honour

In seinem letzten Statement schreibt Kornowski: “Ich war kein Nazi und ich werde auch keiner sein. Es war mir sehr wichtig, das richtig zu stellen.“ Wie sehr all jene irren, die ihm seine durchsichtigen Ausflüchte abnehmen, beweist ein Interview im neonazistischen Fanzine Ruf des Nordens aus dem Jahr 1999, dessen Titelbild mehrere Hakenkreuze ‚zieren’. In dem von der Blood & Honour Division Scandinavia herausgegebenen und über das dänische B&H-Postfach vertriebenen Zine, berichten Kornowski und Marcus Kerst, der “Hate-Core“-Katalog käme “ehrlicher rüber“ als “ob man einen Katalog vor sich hat, wie z.b. das Wiking Wear Zeug, wo man von vornherein den Eindruck hat, es geht den Leuten nur um die Kohle.“ Er wolle hingegen “durch meine Arbeit der Szene beitragen“, so Kornowski. Zur politischen Einstellung antwortet er schlicht: “Schau Dir doch bitte unseren Katalog an, und ich denke es wird klar das wir nicht gerade zur Antifa gehören.“

Kornowski, der immer betont, nicht gewusst zu haben, was Blood & Honour sei, beendet das Interview mit den Worten: “Ansonsten grüße ich natürlich Dich Kathy, sowie B&H.“

Politischer Umgang? Fehlanzeige.

Infos über Kornowskis Firma fanden sich nicht nur in LOTTA, sondern auch im Punk-Fanzine Plastic Bomb und im 2002 veröffentlichten Buch “RechtsRock – Bestandsaufnahme und Gegenstrategien“. Trotzdem sprach das OX von “Unterstellungen“. Herausgeber Joachim Hiller berief sich auf seine emotionale Einschätzung und nicht auf Fakten: Man habe oft mit Kornowski telefoniert und gemailt und sich mit seinem Umfeld unterhalten, so dass klar sei: “David hat in der Vergangenheit sicher Mist gebaut, doch ein Nazi war er wohl damals nicht und ist es heute nicht.“ Statt sich inhaltlich zu äußern, erklärte auch Achim Hicking von Trashmark die Auseinandersetzung zur Glaubensfrage. Die Stellungnahme von Kornowski möge “jeder so beurteilen, glauben und bewerten […] wie er es möchte oder einzuschätzen vermag.“

Dabei ist es keine Glaubensfrage, ob Kornowski ausgestiegen ist oder nicht. Dessen Statements lassen daran begründete Zweifel aufkommen. Wenn dann anderen AntifaschistInnen vorgeworfen wird, man habe”nicht die eier […] sich mit namen und persönlich einem gespräch zu stellen“, anstatt über die Tatsachen zu diskutieren, so zeigt dies, dass für manche persönliche Kontakte, Gespräche und Sympathien anscheinend mehr zählen als Fakten. Dies kann kein Weg für eine politische Auseinandersetzung sein.

Drinnen oder Draußen?

Grundsätzlich stellt sich die Frage, was Kriterien für einen Ausstieg aus der extremen Rechten sind. Ausgestiegen zu sein bedeutet nicht nur, der extrem rechten Szene den Rücken zuzukehren und sich nun einer anderen Subkultur zu zuwenden. “Beim Umgang mit ‚Aussteigern’ sollten bestimmte Grundsätze immer klar sein, z.B. die Transparenz und Glaubwürdigkeit der Ausstiegsgründe, die Notwendigkeit der Aufarbeitung der vormals vertretenen Ideologie und das Verbauen des Rückweges, z.B. durch das Offenlegen neonazistischer Strukturen. Ein Ausstieg ist immer ein langer Prozess, auch wenn er von AntifaschistInnen begleitet wird”, stellte die LOTTA in ihrer Nummer 13 fest.3 Kornowski hat diese Bedingungen nicht erfüllt und ist somit nicht nachvollziehbar aus der Neonazi-Szene ausgestiegen. Insbesondere behauptet er entgegen aller Fakten, nie in der Szene gewesen zu sein. Wenn er von sich aus mit dieser gebrochen hätte, so wäre es an ihm gewesen, seine Verstrickungen offen zu legen. Stattdessen versucht er, die ihm aufgezeigten Fakten weichzuspülen oder gar zu leugnen. Kornowski agiert nicht, sondern er reagiert lediglich auf die gerade gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Dass er sein damaliges Verhalten reflektiert, ist nicht zu erkennen. Stattdessen führt er entweder falsche Freunde, jugendliche Naivität, Nichtwissen oder haarsträubende Zufälle als Begründung für sein Verhalten an: Eigene Verantwortung gesteht er sich so gut wie gar nicht ein.

Auszusteigen heißt mehr, als ein paar Anti-Nazi-Statements abzugeben. Um einen Ausstieg endgültig und glaubwürdig zu gestalten, ist es notwendig, sich seiner Vergangenheit zu stellen und eine Rückkehr in die Szene unmöglich zu machen. Letzteres kann nicht zuletzt dadurch geschehen, dass Wissen über diese für die antifaschistische Arbeit zur Verfügung gestellt wird. Kornowski behauptet, über keine Informationen zu verfügen. Seine Interviews und Kontakte sprechen eine andere Sprache: Niemand bekommt einfach so die Möglichkeit von Interviews in derartigen Zines oder Kontakt zu wichtigen Exponenten der Szene. Auch stellt sich die Frage, warum er zum Beispiel kein Wort über seinen anfänglichen Mitstreiter Markus Kerst verliert.

“Hate-Core“, a never ending story?!

Ende Oktober lud Kornowski zu einem Treffen ein, an dem unter anderem Trashmark, OX und Plastic Bomb teilnahmen. Auf Grund von Terminschwierigkeiten konnte keinE VertreterIn der LOTTA teilnehmen. Offenbar verpasste man nichts: Kornowski präsentierte anscheinend nichts weiter als die bisher bekannten Ausreden. Bezeichnend ist, dass er zusammen mit einem Anwalt erschien, was im Vorfeld nicht mitgeteilt worden war. Einen Tag danach erklärte Kornowski die Zusammenarbeit mit Trashmark und OX in beiderseitigem Einvernehmen für aufgelöst. Es werde definitiv keine Kollektion bei Trashmark geben, auch sei keine Zusammenarbeit mit dem OX geplant. Der für Oktober geplante Start des Labels werde sich daher verschieben.

Vier Tage später las sich dies nicht mehr ganz so deutlich. Ihm sei von allen Beteiligten zugestanden worden, dass er im Gespräch alle bisher durch LOTTA erhobenen Vorwürfe habe ausräumen können. Eine Diskussion über die Zukunft der Marke “Hate-Core“ und die Zusammenarbeit mit Trashmark und OX habe mit dem Ergebnis geendet, “dass diese Zusammenarbeit in gegenseitigem, freundschaftlichem Einverständnis vorerst getrennt wurde, da der anhaltende Druck und die Problematik der Verwechslung mit rechten Bootleggern eine weitere Zusammenarbeit für das Ox und für Trashmark von ihrer Seite aus unmöglich machen.“

Fazit

Wenn nur der Druck antifaschistischer Initiativen zum Einlenken führt, nicht jedoch Kornowskis persönliche Geschichtsklitterung, so spricht dies Bände über das politische Selbstverständnis der Beteiligten. Persönliche Sympathien scheinen das Handeln bestimmt zu haben. Selbst das Plastic Bomb nimmt Kornowski mittlerweile seine Story ab: Tenor in der aktuellen Ausgabe Nr. 57: Kornowski werde zu Unrecht beschuldigt, er habe bei dem Treffen alles erklären können. Gleichzeitig wird mitgeteilt, Kornowski habe schon nach dem Artikel “Hate-Core im Wandel“ im Plastic Bomb Nr. 48, erschienen im Herbst 2004, angerufen und bestätigt, dass die Angaben im Artikel “soweit einigermaßen richtig“ seien und er auch kein Problem gehabt hätte, in rechten Fanzines zu werben. In dem Artikel hieß es damals unter anderem, er habe Verbindungen ins rechte Lager bis hin zu B&H unterhalten. Dabei erklärt Kornowski in der laufenden Debatte nun immer zu, dass beides unwahr sei.

Ebenfalls ärgerlich und unverständlich ist es, dass turnitdown.de, ein Antifa-Projekt, das sich explizit gegen RechtsRock wendet, Kornowski zu Dokumentationszwecken unkommentiert Raum gibt und damit zur Verbreitung seiner ‘Vergangenheitsbewältigung’ beiträgt.

Offensichtlich will Kornowski, nachdem er in der rechten Szene keinen wirtschaftlichen Erfolg hatte, diesen auf einer “unpolitischen“ Ebene erreichen. Wäre die “Hate-Core“-Kollektion über Trashmark erschienen und in Magazinen wie dem OX beworben worden, so wäre Kornowski nicht nur Zugang zu einem recht großen Markt einer sich eher als links verstehenden Szene gewährt worden. Auf Grund der bekannten antifaschistischen Einstellung, beispielsweise von Trashmark, wäre dies für viele der Beleg gewesen, dass die Marke “Hate-Core“ nichts mit neonazistischen Bestrebungen gemein hat und hatte. Gerade Medien und Firmen, die sich wie OX und insbesondere Trashmark als Teil der antifaschistischen Linken sehen, sollten sich ihrer Rolle bewusst sein, wenn sie mit jemandem wie Kornowski zusammenarbeiten.

Es bleibt unverständlich, warum sich so unkritisch mit Kornowski eingelassen wurde. Ein paar Telefonate mit ihm, sich entwickelnde persönliche Sympathie und vielleicht auch Interesse an einem lukrativen Geschäft reichten offenbar aus, um sich hinter Kornowski zu stellen. Seine Ausflüchte und Widersprüchlichkeiten ließ man ihm durchgehen. Auch, dass er “Hate-Core“ nun bewusst entpolitisieren will, während Trashmark “Hate-Core“ als linkes Image erhalten will, stand einer Zusammenarbeit nicht im Weg. Dass von OX, Trashmark und Kornowski vorgebrachte Argument, man wolle nun zusammen gegen rechte Bootlegs vorgehen und “den Nazis ihr Spielzeug wegzunehmen“ (OX) verkennt, dass Neonazis, die heute selbst linke Bands wie ZSK hören, ja sogar bei Aufmärschen abspielen, kein Problem damit haben, Bekleidung mit “Hate-Core“-Design von Firmen zu kaufen, die sich gegen Nazis aussprechen. Zum anderen wird verschwiegen, dass ausgerechnet Kornowski an der Entstehung und Verbreitung von “Hate-Core“ als rechtem Image mitgewirkt hat. “Bootlegger“ hätte er auch bereits zuvor verklagen können.

Sollte es doch wieder zu einer Zusammenarbeit kommen, so wäre ein selbst formulierter Ansatz linker Politik im Fall von Ox, Trashmark und Plastic Bomb bloße Attitüde ohne Substanz. Eine klare antifaschistische Positionierung mit entsprechender Handlungslinie gegenüber uneinsichtigen Geschäftsmännern würde der Sache mehr dienen. Der Fall “Hate-Core“ wird aber wohl kein Einzelfall bleiben. Der gegenwärtige Boom der “Hardcore-Szene“ und die damit einhergehende Entpolitisierung wird die Frage nach dem Umgang mit Um- und Aussteigern, rechter Ideologie und Symbolik früher oder später erneut auf die Tagesordnung setzen. Es wäre für die Szene also an der Zeit, über das eigene politische Selbstverständnis nachzudenken und Kriterien zu entwickeln, die sich anstatt persönlicher Sympathien über politische Grundsätze definieren.

von Michael Krämer aus der Lotta Nr. 25

begrüssung der neuen uni präsidentin

17. Januar 2007

Prof. Dr.-Ing. Monika Auweter-Kurz, von vielen liebevoll raketen-moni genannt, wird sich endlich ihren neuen schäfchen vorstellen.
raketen-moni
am freitag den 01. februar um 16h im audimax
bereits ende juli zur neuen präsidentin der universität hamburg gewählt und seit 1. november offiziell im amt, scheute sie bisher leider die nähe zu den ihr anvertrauten
studentInnen/kundInnen.
doch auch hier zeigt sich:
der zugang zur universität ist nicht frei. es muss um die wenigen pätze gekämpft werden. und damit es nicht zu unschönen scenen vor ort kommt, muss man sich per e-mail anmelden und bekommt dann (nach nennung des vollen namens, der adresse und der matrikelnummer) mit ein wenig glück eine einladung zugesandt. das verfahren ist also vorbildlich transparent.
natürlich muss man sich dann auch ausweisen um zur veranstaltung zugelassen zu werden.
damit die sache nicht zu einfach wird (stichwort excellenzförderung – ermutigung zur und belohnung der leistung) gibt es auch noch einen
ANMELDESCHLUSS

Freitag, 19. Januar

hier noch ein vorformulierter demütiger ersuch um einlass zur begrüssung der ehrwürdigen präsidentin vor handverlesenem publikum.

Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Monika Auweter-Kurtz,

als Studentin der Universität Hamburg möchte ich mich gerne für
ihre Begrüßungsveranstaltung am 01.02.2007 im Audimax anmelden. Wenn möglich möchteich gleichzeitig eine Begleitperson anmelden die ebenfalls die Veranstaltung besuchen möchte.

Für eine kurze Bestätigung der Anmeldung, für mich, wie auch
meine Begleitperson, währe ich ihnen sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
VORNAME NAME

Adresse:
STRASSE HAUSNUMMER
PLZ WOHNORT
Matr.-Nr.: MATRIKELNUMMER

das muss dann an

praesidentin@hvn.uni-hamburg.de

geschickt werden.
der herr bildungsenator und tortenfreund dräger kommt auch.
und vielleicht gibt es ja doch noch restkarten an der abendkasse oder man kann sich irgendwie in die veranstaltung hineinschmuggeln? der olympische gedanke zählt!
schliesslich ist im kapitalismus der kunde könig.

kommando sonne-nmilch

5. Januar 2007

DEUTSCHES HAUS

3. Januar 2007

AUFKLÄRUNG, GERECHTIGKEIT, ENTSCHÄDIGUNG

Am 7. Januar 2005 verbrannte Oury Jalloh in einer Polizeizelle in Dessau. Zwei Jahre sind seither vergangen. Zwei Jahre, in denen das Gericht in Dessau einen Prozess gegen die verantwortlichen Polizisten blockiert. Dies zeigt deutlich genug, dass die Hintergründe des Todes nach dem Willen von Polizei und Justiz nicht zur Sprache kommen sollen.

Dominique Kouamadio wurde vor einem halben Jahr in Dortmund von einem Polizisten erschossen.
Laye-Alama Condé und John Achidi starben vor zwei Jahren bzw. fünf Jahren bei einem Brechmitteleinsatz.
Amir Ageeb und Kola Bankole wurden bei ihrer Abschiebung umgebracht.
N‘deye Mareame Sarr wurde vor vier Jahren im Haus ihres Ex-Mannes von einem Polizisten erschossen.

In allen Fällen wurden die Ermittlungsverfahren eingestellt und jedes Mal wurde niemand für die Verbrechen zur Rechenschaft gezogen. Noch viele dieser Geschichten lassen sich nennen.
Menschen nicht-weisser Hautfarbe und nicht-deutscher Herkunft sind durch deutsche PolizistInnen und VertreterInnen der Institutionen ebenso wie durch RassistInnen auf der Straße täglich mit dem Tode bedroht. Freitag, den 7. Januar 2005. Der 22 jährige Oury Jalloh aus Sierra Leone verbrennt am helllichten Tag um 12 Uhr mittags in einer Polizeizelle. Die Justiz behauptet, dass er sich selbst angezündet hat. Mit einem Feuerzeug, das bei der Kontrolle übersehen worden sein soll. Aber alles spricht dagegen: Oury Jalloh war zu diesem Zeitpunkt an Händen und Füßen gefesselt. Er lag auf einem Betonsockel auf einer schwer entflammbaren Matratze. In einer vom Boden bis zur Decke gekachelten Zelle.
Der wachhabende Polizeibeamte ignoriert den Feueralarm lange Zeit. Oury Jalloh verbrennt. Ein Gutachten bestätigt: Hätte der Polizeibeamte sofort reagiert, hätte Oury Jalloh gerettet werden können. Die Staatsanwaltschaft klagt den Beamten an. Das Gericht sucht seit fast 2 Jahren nach Gründen, den Prozess nicht zu eröffnen. Entgegen einiger Pressemitteilungen ist bis heute nicht entschieden, ob es zum Prozess gegen diesen Beamten kommt. Weitere Untersuchungen sollen jetzt, 2 Jahre später, durchgeführt werden. Gegen einen weiteren Beamten wurde das Verfahren vom Gericht vor kurzem eingestellt.

Es gibt bis heute weder von der Polizei noch von den Behörden irgendeine Entschuldigung. Auch eine Entschädigung für die Familie wurde bisher verweigert. Statt dessen wird ein afrikanischer Freund von Oury, der sich am meisten für die Forderung nach Gerechtigkeit engagiert, harten Repressionen ausgesetzt und nahezu zehn AktivistInnen wurden während der Kampagne gegen den Mord an Oury Jalloh wegen verschiedener „Straftaten“ angezeigt und zum Teil schon verurteilt.

Seit fast zwei Jahren haben sich diverse Flüchtlings-, MigrantInnen- und Antiragruppen zusammengeschlossen, um das Schweigen zu brechen und Aufklärung, Gerechtigkeit und Entschädigung für den Mord an Oury Jalloh zu fordern.
Seit beinahe zwei Jahren besteht die einzige Antwort der deutschen Behörden in Vertuschung und Straflosigkeit für die Täter und Kriminalisierung unseres Protestes.

Wir werden unseren Kampf nicht aufgeben. Keine Repression, Vertuschung oder Straflosigkeit wird uns daran hindern, aufzustehen, unsere Stimme zu erheben und gegen diese systematische Ungerechtigkeit zu kämpfen.
Wenn sie das Recht haben von Selbstmord zu sprechen, obwohl alle Fakten dagegen sprechen, nehmen wir uns das Recht von Mord zu sprechen.

Wir sind alle Oury Jalloh!
MOBILISIERT EUCH!

Am 6. Januar 2007 wird eine Konferenz in der Stadt Dessau stattfinden, um AktivistInnen der Afrikanischen und Schwarzen Community in Deutschland gegen rassistische Polizeigewalt und Kriminalisierung zu versammeln. Die Opfer dieser institutionalisierten Gewalt werden erinnert und geehrt.

Wir rufen alle solidarischen Menschen auf, an der Konferenz am 6. Januar in Dessau und an den Demonstrationen am 7. Januar 2007 in Dessau und Berlin teilzunehmen.
Wir erinnern an diesen Tagen an alle Menschen, die durch Rassismus und Kapitalismus täglich umgebracht werden; innerhalb der EU und an deren Grenzbefestigungen; aber auch derer, die schon seit Jahrhunderten durch Kolonialismus, Waffenlieferungen und Stützung von Diktaturen weltweit systematisch getötet wurden und werden.
Wenn ihr die Veranstaltungen an einer der genannten Orte nicht erreichen könnt, organisiert ein Protestereignis in eurer Stadt!

Das Schweigen brechen!

Stoppt den Polizeiterror gegen Flüchtlinge und MigrantInnen!

Initiative in Gedenken an Oury Jalloh Berlin und Dessau

http://oury-jalloh.so36.net
mail: initiative-ouryjalloh@so36.net
Telefon: 0176 / 25433750

Unterstützt von: Antirassistische Initiative e.V (ARI), Flüchtlingsinitiative Brandenburg (FIB), Für eine linke Strömung (FELS), Plataforma der Flüchtlinge und MigrantInnen, The Voice Refugee Forum, Karawane Network Germany

Spendenkonto:
Antirassistische Initiative e.V.
Kontonummer: 3039600
BLZ: 10020500
Bank für Sozialwirtschaft
Stichwort: Dessau

Tod in der Zelle
Film und Infoveranstaltungen in Berlin
Neukölln: 10.12.06, 20:00h, Syndikat, Weisestr. 56Mitte: 14.12.06, 19:00h, Cafe Krähenfuss, HU, Unter den Linden 6Wedding: 15.12.06, 20:00h, Villa 32, Utrechter Str. 32Kreuzberg: 17.12.06, 19:30h, Tante Horst, Oranienstr. 45Friedrichshain:- 18.12.06, 20:00h, Schnarup Thumby, Scharnweberstr. 38- 3.1.2007, 20:00h, Zielona Gora, Grünberger Str. 73

Demonstrationen am 2. Todestag von Oury Jalloh gegen Polizeigewalt und staatlichen Rassismus
7.1.2007 13:00h
Dessau, Bahnhofsvorplatz
Berlin, Hackescher Markt
http://oury-jalloh.so36.net/hp_igoj_do_de.html

geklaut von indymedia
kampagnenseite auf castellona, deutsch, english und francais
zum tod Dominique Kouamadios hier ein artikel.

verrückte welt

2. Januar 2007


Eine Sache finde ich noch besonders außergewöhnlich. In Thailand ist Homosexualität überhaupt kein Tabuthema, sondern wird respektiert und ausgelebt. In jeder Schulklasse gibt es mindestens zwei Schwule oder Transvestiten. Die Loengnoktha School hat sogar eine Cheerleadergruppe, die nur aus Homosexuellen besteht. Das schwule Volleyballteam spielt in kurzen Höschen und mit bunt bemalten Gesichtern. Manchmal präsentieren uns auch die Transvestiten ihre verrückt-bunten Tanzshows. Alle jubeln und klatschen, keiner lacht.


[zynismus]keine angst josephine, irgendwann wird die homophobie auch in thailand ankommen. du leistest gewissermassen pionierarbeit.[/zynismus]

offizieller integrity fan blog

1. Januar 2007

es droht immer wieder in vergessenheit zu geraten aber ich erinnere auch gerne daran. deswegen jetzt: die 2006 jahrescharts von dwid:

Name: Dwid Hellion
Claim to fame: INTEGRITY, Roses Never Fade, etc.

• The Coffin Joe dvd collection (films)
• Hope Con „death knows your name“
• Living Hell „pavor nocturnis“
• Tom Waits „orphans“
• Converge „no heroes“
• Hammer Bros „the vitality“
• Pulling Teeth „vicious skin“
• Pans Labyrinth (film)
• The Perfume (film)
• Samhain „Live at the Stardust“ dvd


alles was ich davon nicht kenne werde ich mir schnellstmöglichst beschaffen.
so sieht er sich zur zeit selbst