youtube overkill

29. September 2006

hier noch zwei refused songs. das sind aufnahmen aus dem ajz bielefeld. nicht mein bestes aber mein letztes refused konzert. naja, den rest der story kennen wir aus der inside front sondernummer zu ihrem ablehnen. und ich denke das das girl das bei hook line an sinker dived emi ist. aber villeicht täusche ich mich auch.

FIEND CLUB

zufällig entdeckt. das video zu meinem lieblingssong.

dann bin ich noch über dieses schön gestalltete teil gestolpert.

wo ich schon dabei bin. ich glaube ja das ist gestellt aber wenn nicht schliesse ich mich den verfassern dieses clips an: was für ein idiot!

voll intelel und dann wieder ganz unten

und wandelte ich auch in den vergangenen tagen quasi auf den pfaden der hochkultur, so verschlug es mich am mittwoch in den buttclub.
(post)operaismus voll hard multitüt.
ich als anhänger der dünnen bretter, und somit auch der dünnen bücher, bin ja fan der theorie.org reihe aus dem schmetterlingsverlag. und operaismus als fundament des empiregehypes wollte ich schon immer verstehen. alles in allem war die veranstaltung lediglich sympathisch und nicht sehr vom erkenntnissgewinn geprägt. naja was solls. das bier hat geschmeckt.
gestern war die interessenlage schon komplexer. der vor allem durchs böcke schiessen bekannte lfo demon, wollte in den alt ehrwürdigen hallen des hamburger kunstvereins erklären, warum er denn keine kultur sein möchte.
sein korefferent glänzte mit einem informativen abriss der geschichte der rave beegung im UK. daumen hoch. der dämon himself erläuterte seine grundthese, welcher ich voll und ganz zu stimmen möchte mitthilfe aller zur verfügung stehenden taschenspielertricks. marx, horkie, adorno, marcuse, debord.
das spektakel der dialektik der aufklärung (im postfordismus) macht mittels totalität subkultur lächerlich und die gegenkultur (gescheitert) macht nur kleinkapitalismus, welcher aufgrund der allumfassenden warenförmigkeit, auch nicht von den hippstern durchbrochen werden kann. so kann man das vielleicht runterbrechen. streckenweise war es nur zu offensichtlich das das wortgeklüngel nicht wirklich einer kohärenten argumentation folgte, sondern das ein wenig rumgeblendet wurde. da das publikum aber auch vor allem aus kulturhipstern bestand (und nicht aus politnerds) ist das wohl den meisten nicht weiter aufgefallen.
schade eigentlich das der rückruf so pünktlich zur anwesenheit in der hansestadt kam. die mädels vom mädchenblog wollten an und für sich mitkommen und sich den kleinen mal vorknüpfen (ich sag mal: niemand ist sicher). waren dann aber verhindert da sie lieber verbotene liebe glotzen wollten und andere sachen die die mädels so machen.
heute dann schmuf hamburg im molotow. ey, ich steh zwar nicht auf hamburg und ich denke auch das es nicht der oberburner wird. aber einer der mcs der 9er battles kommt halt aus dem nachbardorf und sonst ist nix. ausserdem sieht doch phat aus!
sary ist der man!

Bad Brains 1982 live im CBGBs

28. September 2006

unter dem unten angegebenen link findet ihr in komplettes video von einem bad brains konzert im CBGBs 1982. enjoy it.
ALLE HITS INKLUSIVE!

kurz notiert

17. September 2006

wer kennt ihn nicht den lahmen spruch: wenn die bullen nicht rumstressen würden gäbe es gar keine randale. diese binsenweisheit hat auf dem jüngst zurückliegenden schanzen viertel fest eine neue bedeutung bekommen.
es wurde wohl ein MEK beamter beim in der freizeit besoffen flaschen auf den wasserfwerfer werfen beobachtet.
hier der welt artikel das keiner behauptet ich würde hier nur tendentiöse freundpressen zitieren.
wie gut das ich mich rechtzeitig in die höhle des löwen zurückgezogen hatte woch ich leicht gelangweilt aber mit netter
begleitung stundenlang von den bullen von der aussenwelt abgeschnitten war. vielleicht wäre ich draussen noch zwischen die randalierenden bullen im dienst und die welche zu ihrem privaten vergnügen da waren geraten. der suspendierte typ war nicht allein sondern mit drei weiteren bullenkumpeln da. und das sind nur die welche jetzt identifiziert wurden und alle verfahren laufen haben.

ergänzung:
inzwischen hat sich auch die freundpresse des themas angenommen. das schreibt die jungle world:

Wirf doch, Bulle!
Randale im Schanzenviertel

Das traditionelle Hamburger Schanzenvier­telfest Anfang September endete auch in diesem Jahr mit brennenden Barrikaden und Schar­mützeln zwischen Besuchern des Fests und rund 1 000 Polizeibeamten. Insgesamt wurden 29 Personen u. a. wegen des Vorwurfs des Landfriedensbruchs und der Sachbeschädigung in Gewahrsam genommen. Die Polizei setzte allein rund um die Rote Flora sieben Wasserwerfer ein.

Doch einige Hamburger Polizisten hatten vor dem Fest offenbar das Vertrauen in die Zuverlässigkeit der anstehenden Randale verloren. Jedenfalls verabredeten sich drei Mitglieder des Hamburger MEK und ein Beamter einer Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) in ihrer Freizeit zu einer abendlichen Visite des Schanzenfestes. Mindestens ein Beamter dieser Freizeittruppe soll sich dann mit einem Flaschenwurf gegen einen Wasserwerfer an den Ausschreitungen beteiligt haben. Die polizeiliche Amtshilfe der besonderen Art haben zwei eingesetzte Bereitschaftspo­lizisten beobachtet, die umgehend ihren Vorgesetzten Meldung erstatteten.

Inzwischen ermittelt das polizeiliche Dezernat Interne Ermittlung (DIE) gegen den 35jährigen Polizeibeamten wegen des Vorwurfs des Landfriedensbruchs. Die Beamten, die den polizeilichen Flaschenwerfer begleiteten, wollen angeblich nichts vom Straßenkampf ihres Kollegen mitbekommen haben. Der suspendierte Beamte seinerseits bestreitet die Vorwürfe und hat sich einen Anwalt genommen.

Hamburgs Medien reagieren mit ungläubigem Staunen. »Polizist ein Randalierer?« fragt das Hamburger Abendblatt verstört und spricht von einem »unglaublichen Vorfall«. Für die Hamburger Morgenpost steht die Scheidung zwischen Gut und Böse infrage. Für sie ist der Vorgang einfach nur »das Unfassbare«. Die Bild-Zeitung, in der Regel das Fachorgan für die Geißelung einfacher und schwerer Landfriedensbrüche in Hamburg, handelt den Vorgang schamhaft als Zweizeiler in den Kurzmeldungen ab. In der Welt schreibt der Polizeireporter schließlich von einem »bis­lang einmaligen Fall« und analysiert mit krimi­nologischem Scharfblick: »Ein Chaot arbeitet als Polizist.«

Der Hamburger Polizeipräsident Werner Jan­tosch, der normalerweise schon allein aus Zeit­gründen die regelmäßigen dienstlichen Eskapaden von Polizisten, die sich wie »Chaoten« geben, nicht kommentieren kann, empfindet den Vorgang sinnigerweise als »Schlag ins Gesicht aller Polizeibeamten«. Dem beschuldigten Beamten indes droht das Ende seiner dienstlichen Karriere. Er musste seinen Dienst­ausweis abgegeben und erhielt neben seiner Suspendierung Hausverbot bei der Hamburger Polizei. Die ihn begleitenden Kollegen werden an andere Dienststellen versetzt. So verliert das ohnehin von Nachwuchssorgen geplagte Hamburger MEK auf einen Schlag drei Beamte, die Hamburger BFE muss einen Kollegen ziehen lassen.

Warum allerdings gegen die drei Begleiter des suspendierten Beamten keine strafrecht­lichen Ermittlungen eingeleitet werden, bleibt vorerst das Geheimnis der Hamburger Polizei. Denn die vier zum abendlichen Besuch des Schanzenfestes verabredeten Polizisten, zu dem der Krawall absehbar dazugehört wie die Motorradstaffel zur Polizeischau, hätten sich angesichts der Ausschreitungen ohnehin selbst von der Freizeit in den Dienst versetzen müssen. Zum Zeitpunkt, als der 35jährige Poli­zist die Flasche gegen den Wasserwerfer warf, gingen jedenfalls kistenweise Flaschen auf die eingesetzten Beamten nieder. Rätselhaft, dass die speziell zur Observation und Täter­beobachtung ausgebildeten Beamten das alles nicht bemerkt haben wollen.

andreas blechschmidt

http://jungle-world.com/seiten/2006/39/8531.php

OX fanzine kungelt mit nazis

6. September 2006

hier dokumentiere ich die stellungname von LOTTA:

Stellungnahme der LOTTA – antifaschistische Zeitung aus NRW zur Streetwear-Marke „hate-core“

Oberhausen, 6. September 2006

Bezugnehmend auf die A4-formatige Farbanzeige der David Kornowski gehörenden Essener Streetwear-Marke „hate-core“ in der Ausgabe 67, August/September 2006, des Punkrock/HC-Magazins „OX Fanzine“ möchten wir auf einige Punkte hinweisen, die unseres Erachtens in der bisherigen Diskussion zu wenig oder überhaupt nicht beachtet worden sind.

Es geht uns mit dieser Stellungnahme darum, die Diskussion um die Person David Kornowski und seine Firma „hate-core“ zu versachlichen. Gleichzeitig wollen wir darauf aufmerksam machen, dass wir es höchst kritikwürdig finden, wie im Rahmen der Diskussion Fakten missachtet und stattdessen auf Grundlage von Gefühlslagen, persönlichen Kontakten und eventuell auch finanziellen Interessen agiert wird. So wurde in der bisherigen Diskussion der eindeutig extrem rechte Ursprung des Unternehmens völlig vernachlässigt. Zudem wird nicht nachvollziehbar deutlich, ob und wie David Kornowski aus der Neonazi-Szene ausgestiegen ist.

Zum Hintergrund der Diskussion

Schon in der Ausgabe 6 (Sommer 2001) der LOTTA wurde auf die Firma „hate-core“ von David Kornowski aufmerksam gemacht und detailliert deren extrem rechter Hintergrund belegt. Dennoch erschien kürzlich im OX eine Anzeige dieser Firma, über die eine neue Kollektion angekündigt wurde. Einigen Menschen aus der GOOD NIGHT WHITE PRIDE-Bewegung war Kornowski noch als Akteur der extremen Rechten in Erinnerung und sie veröffentlichten deshalb einen Text, in dem sie auf die damaligen Aktivitäten von Kornowski hinwiesen und die Anzeige im OX problematisierten. Von Seiten des OX wurde daraufhin behauptet, Kornowski habe „in der Vergangenheit sicher Mist gebaut“, „doch ein Nazi war er wohl damals nicht und ist es heute nicht“. Da unsere Recherchen ein ganz anderes Bild zeichnen, sollen diese hier noch einmal kurz dargestellt werden.

Original rechts!

Markeninhaber David Kornowski schreibt in der Werbeanzeige im OX: „The Real Spirit of HATE-CORE. Original Streetwear since 1998“. In der Tat gründete er sein Unternehmen 1998 als „Germany hate-core Production“ in Oberhausen. Ab 1999 präsentierte sich das Unternehmen der RechtsRock-Hörerschaft durch einen Flyer und durch Interviews in verschiedenen neonazistischen Fanzines. Zu jener Zeit begannen Hard- und vor allem Hate-Core in der Nazi-Musikszene zu boomen und die Firma „hate-core“ trug maßgeblich zur Verbreitung eines extrem rechten Hate-Core-Images in dieser Szene bei. Die Fakten sollen im Folgenden näher beleuchtet werden.

1. Das neonazistische Fanzine „Feuer & Sturm“ führte 1999 für seine Ausgabe 8 ein Interview mit „hate-core Produktion“. Alleine, dass Kornowski von einem eindeutig der neonazistischen Szene zuzuordnenden Fanzine angesprochen wurde und auf die Interviewanfrage einging, zeigt, dass sich der Firmenbetreiber als Teil der Neonazi-Szene begriff.

Auch das Interview selbst offenbarte, welcher politischen Richtung sich der Firmeninhaber zugehörig fühlte. Im Interview wurde er nach der Zielgruppe des Unternehmens gefragt. Seine Antwort: „Die Frage nach der Zielgruppe ist eigentlich überflüssig. Vielleicht so viel: Gewalt als Kurzform einer Diskussion zu sehen, würde unsere Meinung nahe kommen.“ Im weiteren Verlauf des Interviews wurde er nach den bisherigen Reaktionen auf den Verkaufskatalog gefragt. Seine Antwort: „Zu den Reaktionen: Von der Szene selbst recht Positive, allerdings wurde unser ’Flyer’ noch nicht großartig abgedruckt. Die Reaktionen aus dem HC Umfeld sind allerdings sehr gut. Nachtrag zur Frage der Zielgruppe: Das Motiv Savage Army könnten böse Zungen auch als gemalten Witz interpretieren. Ein Neger, der vom KKK in einen Brunnen geschmissen wurde …“ (Fehler im Original). Selbiges führte „hate-core“ im Interview mit einem weiteren neonazistischen Fanzine, dem Dresdner Blatt „Der Foiersturm“ in dessen Ausgabe 5 an: „Wir nehmen das Ding aber sehr ernst, und die Politik können wir auch nicht ganz raushalten (siehe Motiv Savage Army – könnte auch ein gemalter Witz sein. Was ist das? … Ein N…. der vom KKK in einen Brunnen geschmissen wurde).“

Das Ku-Klux-Klan Motiv spielte auch in einem anderem Zusammenhang eine bedeutende Rolle. Die Postfachadresse von „Germany hate-core Production“ fungierte nämlich ebenfalls als Adresse für die Firma „Unloved Design“, die eine Plastikfigur „Mr. Hate“ in Gestalt eines Ku-Klux-Klan-Kuttenträgers zum symbolträchtigen Preis von 88,- DM offerierte. Die Zahl „8“ steht in den Zahlenspielen der extrem rechten Szene für den achten Buchstaben des Alphabets, also das „H“. „88“ steht für „HH“, in der Szene ein Kürzel für „Heil Hitler“.

Kornowski setzte sowohl in den beiden Interviews als auch durch das Angebot der KKK-Figur über seine Postfachadresse und ihres symbolträchtigen Preises ein deutliches Zeichen, dass er nicht nur dabei, sondern mittendrin war in der extrem rechten Szene – Rassismus fungierte hier als Türöffner in die Szene. „Hate-core“ war also keine x-beliebige Marke, sondern wollte aus dem rechten Teil der Szene agierend eben diesen Teil der Szene ansprechen.

2. Es finden sich noch weitere Produkte, die explizit die extrem rechte Szene ansprechen sollten. Im Katalog „hate-core Trag-Bar“ vom April 2000 bot die Firma eine Kollektion an, die das Shirt-Motiv „Bonehead“ enthielt. Mit der dazugehörigen Abbildung eines gezeichneten Skinheads mit dem Schriftzug „hate-core“, die auch als Firmen-Logo verwendet wurde, wurde explizit ein neonazistisches Klientel als Käuferschicht angesprochen. Der Begriff „Bonehead“ wurde einst von antirassistischen Skinheads als Schimpfwort für Nazi-Glatzen geschaffen, um sich von diesem Plagiat abzugrenzen. Doch die extreme Rechte griff den Begriff in vielen Fällen, wie hier geschehen, affirmativ auf.

3. Vorgestellt wurde in dem Katalog ferner die Gefangenensolidaritäts-Initiative „Ihr seid drinnen für uns, wir sind draußen für Euch“, die später mittels einer Postkartenaktion des extrem rechten Fanzines „Der Lokalpatriot“ beworben wurde. Diese Soli-Aktion bestand aus dem Angebot, mit dem Kauf eines T-Shirts einen selbst ausgewählten Inhaftierten zu unterstützen, der von der „Germany hate-core Production“ dann kostenlos dasselbe Shirt zugeschickt bekam.

Im Begleittext der Postkarte grenzte sich die „Germany hate-core Production“ mit drastischer Wortwahl von unliebsamer Konkurrenz ab und warb um den solidarischen Zusammenhalt der Szene: „Diese Initiative ist von der Germany hate-core Production ins leben gerufen worden, um den Geld geilen wichsern (Herbert E. / Thorsten L.) zu zeigen, daß es noch wahre Werte gibt, mit der Hoffnung, das solche Leute nicht mehr unterstützt werden“ (Fehler im Original).

Die hier benannten Herbert Egold und Torsten Lemmer waren lange Jahre die größten RechtsRock-Produzenten in Deutschland und standen in dem Ruf, dieses nur aus eigenem Gewinnstreben zu machen. „Hate-core“ grenzte sich gezielt gegen sie ab, um damit die Botschaft an die extrem rechte Szene zu richten: Wir sind Teil der Szene – aber uns geht es nicht nur um das Geld, sondern um die wahren Werte innerhalb der extrem rechten Szene!

4. Auch die gemeinsame Ausgabe der neonazistischen Skinhead-Fanzines „Freya“ und „Germanenorden“ unter dem Namen „Freya`s Germanenorden“ war über die Oberhausener „hate-core“-Adresse zu beziehen. Das Postfach diente sogar als Kontaktadresse der Redaktion. Damit stellte Kornowski einer Publikation des organisierten Neonazismus einen Teil seiner Infrastruktur zur Verfügung und ist damit dafür mitverantwortlich, dass diese verbreitet werden konnte. Da erstaunt es dann auch nicht mehr, dass die im westlichen Ruhrgebiet angesiedelte Redaktion des übelst antisemitischen neonazistischen Polit-Fanzines „Förderturm“ in ihrer Ausgabe 1 (2000) Grüße an „David K./Hatecore“ bestellte.

Drinnen oder draußen?

Da Kornowski in der Folgezeit nirgendwo öffentlich sein Engagement in der extremen Rechten eingestand oder sich deutlich von dieser distanzierte, erst recht keine Verantwortung für sein Handeln übernahm, war die Newsmeldung im OX Ausgabe 67 überraschend. Dort heißt es: „Unter Beschuss geriet in diesem Zusammenhang auch das Textil-Label ‚Hate-Core’ (www.hate-core.de) aus Essen, dem aufgrund der mit diesem Namen verbundenen Uneindeutigkeiten Nähe zum rechten Lager unterstellt wurden. David Kornowski, der Macher von „Hate-Core“ weist den Vorwurf solcher Verbindungen jedoch vehement zurück und will sich nach eigener Aussage ‚von niemandem, egal aus welcher Ecke – vor seinen Karren spannen lassen’. Und was gibt es schöneres, als den Nazis ihr Spielzeug wegzunehmen, aus ‚Reclaim the streets’ auch ein ‚Reclaim the shirts’ zu machen? Fakt ist: Die Markenrechte an ‚Hate-Core’ liegen in Essen, demnächst wird eine neue Kollektion via TrashMark erscheinen, und wenn das Nazigesindel dann bootlegt, wird es teuer …“

Als sich der „Skandal“ um die Anzeige im OX weiter zuspitzte, veröffentlichten Joachim Hiller vom „Ox-Fanzine“ und Achim Hicking von der Firma „Trashmark“ ein Statement, in dem sie schrieben: „Wir haben in den letzten Monaten mehrere Stunden am Telefon und in unzähligen Emails mit David Kornowski kommuniziert. Soweit wir das beurteilen können ist für uns klar: David hat in der Vergangenheit sicher Mist gebaut [sic!], doch ein Nazi war er wohl [sic!] damals nicht und ist es heute nicht. Wir haben uns außerdem mit diversen Leuten aus seinem Umfeld unterhalten und sind uns deshalb in dieser Einschätzung um so sicherer. Die echten Nazis sitzen also definitiv woanders.“

Es stellt sich hier die Frage, was Grundlage der Bewertung von Kornowskis politischer Einstellung sein sollte. Die bekannten Fakten oder die Telefonate der Herren Hiller und Hicking mit Kornowski? Das im Rahmen der Diskussion verwendete Argument, dass man persönlichen Kontakt zu Kornowski habe und dieser ein netter Kerl sei, ist für uns keine Diskussionsgrundlage und fern ab jeder politischen Auseinandersetzung. Auffällig ist, dass auf die bereits fünf Jahre zuvor dargelegten Fakten bisher nicht eingegangen worden ist, diese sogar – trotz Belegbarkeit in allen Fällen – als Lügen oder schlechte Recherche dargestellt wurden. Warum? Auch stellt sich die Frage, warum Kornowski seinen extrem rechten Hintergrund verleugnet. Vielleicht weil es derartig vorbelastet weitaus schwieriger wäre, in größeren Teilen der HC-Szene lukrative Umsätze machen zu können?

Weitere Diskussion ist notwendig!

Wir betrachten mit großer Skepsis, wie plötzlich die Rolle der Marke „hate-core“ in der extrem rechten Szene verharmlost und wie unkritisch Kornowski rehabilitiert wird! Angesichts der dargelegten Fakten ist es ein Hohn, Kornowski mit einer solchen Selbststilisierung den Zugang zu Business und Szene zu ermöglichen.

Ob bzw. inwiefern sich Kornowski gewandelt hat, ist nach wie vor offen. So konnten wir bisher nirgendwo lesen, dass sich Kornowski öffentlich zur Vermarktung und Platzierung seiner Marke in der extrem rechten Szene äußerte. Stattdessen weist er jegliche Verantwortung von sich und tut geradewegs so, als sei seine Marke missbraucht worden. Und er probiert es nun mit Entpolitisierung: „Hate-core steht für einen gradlinigen Weg, und wir werden die Begrifflichkeit Hate-core gegen jegliche Politisierung verteidigen“. Kornowski versucht hier, etwas zu entpolitisieren, was von Brendan Rafferty als Sänger der linksradikalen New Yorker HC-Band SFA politisch gedacht war.

Deutlich wird jedenfalls, dass Kornowski aus seinen früheren unternehmerischen Fehlern gelernt zu haben scheint und nun ohne jegliche politische Vorzeichen Geld verdienen möchte, wobei ein extrem rechter Hintergrund sicherlich stören würde. Er benötigt also eine möglichst umfassende „Absolution“. Große Hürden wurden hierbei bereits genommen. Doch von uns und hoffentlich vielen anderen wird Kornowski aus den genannten Gründen so keinen Freibrief erhalten.

Wir rufen hiermit zur Versachlichung der Diskussion um David Kornowski und seine Marke „hate-core“ auf und hoffen, mit unserer Stellungnahme dazu beitragen zu können.

Die LOTTA-Redaktion

LOTTA – antifaschistische Zeitung aus NRW
Am Förderturm 27
46049 Oberhausen
lotta@koma.free.de
www.free.de/lotta

ausserdem noch ein paar bilder die einige der getätigten aussagen zusatzlich unterstreichen.