friktionen auf dem weg zum alltag

30. Januar 2006

fing super an. als erstes konnte ich letzte nacht nicht einchlafen. zum einen da ich das in den letzten tagen eh immer erst so gegen 4h morgens gemacht hatte. dann weil ich husten musste und dann auch noch weil die leute im restlichen haus, oder einfach nur im zimmer über mir einen wirklich kuriosen krach erzeugen.
these 1: die zimmerdecke scheint die lärmschutzqualität eines blattes papier zu haben.
these 2: das quietschende bett, das aufstampfen auf den boden etc muss in der wohnung einen höllenlärm erzeugen so das es kein wunder ist das der lärm solange anhält, denn bei dem krach kann ja kein mensch schlafen.
dann gerädert um 8 erwacht. neue strategie: gleich sofort noch vor dem wecker ausstellen das licht anschalten. hat geklappt, ich habe nur bis ca 10h weitergeschlafen anstatt wie sonst bis 13:30h.
dann hurtig ohne irgendwelche fisematenten wie frühstück oder duschen ins centro de investigaciones cientificas isla de la cartiuja geeilt. dr. n. khiar aufgesucht. dieser erinnerte sich leider nicht mehr daran das er ich für heute ins institut geordert hatte, bzw befand mein erscheinen um 11h als zeichen meiner nicht ausreichenden ernsthaftigkeit weswegen er es ablehnte sich mir weiter zu widmen. er hat mich dann einfach wieder für mitwoch morgen zu sich beordert.
stattdessen habe ich mal die bibliothek inspiziert. lustigerweise haben sie unter anderem ein standartwerk zur organischen chemie von ausmassen eines ganzen regales; auf deutsch. ich habe mich erkundigt und es wurde mir bestätigt das am institut ausser mir eigentlich keiner deutsch spricht.
dann habe ich mich da zu entschlossen die ausliegende ausgabe von nature zu studieren. gute themen: tanzverhalten als kriterium bei der sexuellen partnerwahl (beim homo sapiens), evolutionsgeschichtliche entwcklung von einerseits alkohol produzierenden wie andererseits alkohol abbauenden enzymen und dann noch ein artikel zu den schwierigkeiten beim anbau der blauen algarve in mexiko (grundstoff der tequila produktion).
dann habe ich mir schliesslich eines der internetkabel aus einem der herumstehenden computer gemoppst und einfach mein notebook daran angeschlossen. immer in den cybercafes abhängen ist schlisslich teuer und hier herrscht so eine ruhige atmosphere und es soll sich schlieslich gelohnt haben extra auf die insel zu fahren.
dann möchte ich noch auf eine weitere ergänzung zum artikel Ein heisser Auftakt. hinweisen. folgt dem link und scrollt dann runter.

metal again

29. Januar 2006

in ermangelung von perspektiven bin ich gestern schon wieder auf ein metal konzert gegangen.
aber erst einmal bin ich beim verlassen des hauses gegen 21:30 auf ein hinderniss gestossen mit dem ich nicht gerechnet hatte. die enge gasse in der ich hause wurde von einer prozession blockiert. etwa 200 glaeubige zogen mit weihrauch, 1m grossen kerzen, professionellen in traditioneller verkleidung und mit weihrauch durch die strasse. und dann trugen auch noch 8-10 sehr ernst dreinschauende frauen und maenner ein riesiges kruzifix mit dem leibhaftigen sohn gottes durch die strasse.
nach dem dieser mob die strasse wieder freigegeben hatte konnte ich zum fun club in der alameda de herkules (die sevillaner glauben wohl das herkules persoenlich ihre stadt einmal gegruendet hat). auf dem weg dahin habe ich noch fallafel ewgessen. einmal und nie wieder. winzig, teuer und dann auch noch sehr mittelpraechtig. haette ich mich mal fuer den vegetarischen burger mit pommes und bebida fuer den gleichen preis entschieden. aber da ich jetzt nie wieder einen fuss in diesen laden setzen werde, were ich auch nie erfahren wie der den so gewesen waere.
dann in den laden. viel zu viel eintritt, erste band spielte schon. bier teuer, kleiner club, angenehm gefuellt. NETER aus sevilla spielen unoriginellen metal, tragen ihre eigenen shirts. ansonsten vom typ her langweilige mittelscheitel langhaar metaller. keine buehnenshow erkenntbar. dann beim abbau noch ein weiterer minuspunkt: der drummer traegt ein schwarzes muskelshirt mit dem deutschen bundesadler (siehe ehemaliges 2 mark stueck oder bierbeben cover).
dann kommen AVULSED aus madrid. sie scheinen sich auf einer richtigen europa tourne zu befinden wie ich ihren am merchstand ausliegenden shirts entnehmen kannt. solider deathmetal, etwas stumpf, aber so muss das in dem genre. es wird viel gemosht auf der buehne. abzuege fuer das uncoole kinderstagediven. entweder ohne kompromisse von der buehne springen oder es bleiben lassen. ersteinmal auf der buehne rumstehen und die leute zu sich heranwinken um dann durch den raum getragen zu werden ist wirklich lahm. den anwesenden scheint es gut zu gefallen. es gibt einen ordentlichen pit in dem so einiges geht. textkenntnisse scheinen auch vorhanden gewesen zu sein. spielen ein recht langes set das zu gefallen wusste. dann um 24 uhr ist alles vorbei. wahrscheinlich aufgrund von irgendwelchem laermschutz bla bla. in ermangelung eines anschlussplanes gehe ich nach hause und spiele noch etwas pin ball auf meinem notebook.
unter „auf der suche nach spass“ habe ich mal einen kurzbericht vom letzten metalkonzert vor acht tagen kopiert.

nix neues hier

26. Januar 2006

war heute den ganzen tag ueber faul und habe eben erst das haus verlassen. es ist hier kalt und regnet. also so 8 grad ueber den daumen. habe mir leider eine erkaeltung angelacht. das hemmt mich dabei mich den dingen zu widmen die ich eigentlich erledigen sollte. habe ein paar papers zu dem chemie kram der naechste woche anfaengt und die ich dringend lesen sollte und davon ab sollte ich ja sowieso jede freie minute spanisch lernen. stattdessen habe ich die spiele auf meinem notebook entdeckt und bin gerade etwas pinball suechtig.
auserdem kommt jeden tag von 14-15h zwei folgen simpsons. das ist doch mal eine super uebung. die folgen kenn ich ja schon alle und dann kann ich versuchen damit spanisch zu lernen. heute kam erst wie bart von mr burns mit dem auto umgewfahren worden ist und dann die folge in der homer fugo fisch gegessen hat und nur noch 24 stunden zu leben hat. aber offengestanden habe ich klein wort verstanden. da muss ich mir dringend etwas einfallen lassen…

neue wohnung und unerwartete treffen

24. Januar 2006

geschrieben am 24.01. um 15h
Bin jetzt bei den netten nichtraucherspiessern eingezogen die nocht nicht einmal cafe trinken, sondern morgens mal ein glas milch oder einen kakao. O mein gott, ich wette sie trinken auch höchstens mal ein gläschen sekt zum anstossen. Auserdem machen sie sich wohl sorgen um energie sparen. Wenn die hinterwäldler wüssten das mein vedammtes notebook bestimmt wesentlich mehr strom frisst als wenn man mal irgendwo das licht ein paar stunden anlässt. Naja ist mir auch schnuppe.
Gestern lustiger zufall als ich mich gerade im officina de estudiantes extranjeros (oder so ähnlich) einschreibe. Hinter mir auf einmal J. die auf die gleiche schule gegangen ist aber wichtiger an sich, vor fünf jahren mal in der gleichen politgruppe wie ich war. Hatte ich glaube ich die letzten fünf jahre nicht mehr gesehen und hätte auch nicht gedacht die hier in sevilla zu treffen. Sie hat mir ihre nummer gegeben. Eigentlich wollte ich hier ja nichts mit deutschen zu tun haben. Sie wohnt auch noch mit weiteren zusammen. Aber da sollte ich vielleicht mal ein ausnahme machen.

auf der suche nach spass

geschrieben am 22.01.06 0h
Womit anfangen? Das metal konzert gestern war ein grosser spass. aber ersteinmal musste ich ja dahinkommen. Also aufgebrochen und was zu essen gesucht. Habe mich für telepizza entschieden. Scheint eine fastfoodkette zu sein die ihren schwerpunkt, wer hätte es gedacht, auf pizza hat. So was checke ich ja immer gerne aus. So wie etwa wendys old fashioned burger mir in brasilien sehr gut gefallen hat. Damals hatte ich aber auch aufgrund der sprach und verständnissschwierigkeiten meinen vegetarismus gedropped. Das habe ich hier nicht vor. Auch wenn es nicht einfach ist true zu bleiben. Die bezichnung vegetal weist hier meistens lediglich darauf hin das irgendwie gemüse oder salat im spiel ist. Das kein totes tier dabei ist sagt es noch lange nicht.
Aber zurück zu telepizza. Ersteinmal extreme schwerigkeiten da igendein drei stufen system zu verstehen ist. Die extra aus der küche gerufene mitarbeitern die drei bis acht worte english konnte war eher eine zusätzliche hürde denn eine hilfe. Denn sie verstand leider so wenig english das sie nicht verstand das ich es allein und auf spanisch schaffen wollte, auch wenn es zehn minuten länger dauern sollte. Resultat war eine kümmerliche pizza für 7,20 in der grösse irgendwo zwischen wie bei euch da oben in der kälte normal und medium. Und ausserdem hat sie ziemlich regular geschmeckt.
Dann mit dem bus ins industriegebiet. Vorher lässig auf der karte die bushalte geraten(auf allen drei karten die ich besitze waren die strassennamen dieses gewerbgebietes nicht eingezeichnet, die der bushaltestellen schon garnicht.). Im bus die bushaltestellen abgezählt & da ausgestiegen wo ich dachte das ich hin müsste. Zack, bin ich irgendwo im nirgendwo neben einem crossover aus schnellstrasse und autobahn. Eine ernstzunehmende infrastruktur für fussgänger ist nicht zu erkennen. Es ist dunkel, auf der anderen strassenseite, wo meiner meinung nach das konzert oder zumindest das industriegebiet sein sollte sehe ich nichts ausser brachflächen. Ich gehe über eine unheimlich fussgängerbrücke und irre auf der anderen strassenseite umher. In der ferne sieht man dinge die man als heruntergekommene vorstadtsiedlung bezeichnen könnte. So eine art kleinere, schäbigere und heruntergekommenere variante von kirchdorf süd. Ich habe mal wieder ein wenig angst. Irgendwann nachttanke gefunden und zettel gegen die scheibe gehalten. Bekomm irgendwelche bescheibungen, irre weiter, halte radfahrer an, zeige meinen zettel, verstehe irgendwas von „cuatro, cinquo kilometras“. Finde eine bushalte, bin kurz vorm aufgeben, bus kommt, zeige den zettel mit der adresse. OK, er scheint das zu kennen, wir fahren fünf minuten und halten dann an ein art gewerbepark. Ich war einfach eine station zu weit gefahren. Dann geht die odissey weiter. Ich will in de calle calcio und als ich mich umschaue bemerke ich das alle strassen nach metallen benannt sind. Ich bin also richtig. Leider bin ich noch nicht beim konzert angekommen, also auch nicht in meiner schilderung. Mehr vielleicht ein andernmal.

auf der suche nach iner neuen bleibe

geschrieben am 21.01. um 19h
Gestern bei Jesus und Juan Carlos gewesen. Hatte exakt einen „such zimmer“ zettel aufgehängt. Darauf haben sich eben jene vögel gemeldet. Gottes Sohn und der Köng von Spanien. Beide 21, typ nette streber. Jesus hat lange haare und hört wohl eher traditionelle spanische musik. Waren beide sofort daran interessiert mich bei sich einziehen zu lassen. Lage OK, machte sogar einen ruhigen eindruck [Macarena] Dann das riesen problem: beide sind militante nchtraucher & ich darf nicht in der wohnung rauchen. Nicht einmal in meinem zimmer! Hatte versucht zu handeln aber telephoat heute ergab: keine chance. Habe mir bedenkzeit bis morgen erbeten, verdammt ich denke ich es wäre trotz dieses pferdefusses das beste es zu nehmen.
Habe dann in der stadt plakate für ein deathmetal/blackmetal konzert entdeckt. Heute abend. Bin fest entschlossen da hin zu gehen. Leider habe ich nur eine sehr nebulöse vorstellung wo as ist. In einm industriegebiet etwas ausserhalb. Habe auch etwas angst was mich da wohl erwartet. Extreme rechtsoffenheit ist in der black metal scene schliesslich nichts ungewöhnliches. Assedem wimmelt es in diser stadt von falange aufklebern. Aber ich enk es wird mir wohl gelingen as harmloser interessierter auswärtiger durchzugehen.
Wo wir über politik, oder das was man so dafür hält reden: terrorlappen sind hier in sehr beliebtes accessoire. Wahrscheinlich kann ich wohl daran meine politischen „freunde“ erkennen. Neben dem gebäude das ich als besetztes has identifiziert habe befinden sich drei grosse schafenster. Sie tragen die aufschriften: „die mauer“, „die unterdrückung“ und „der widerstand“ was auf den jeweiligen photos zu sehen ist kann sich wohl jede selbst ausmalen. Ansonsten habe ich hier subkulturell vielleicht fünf besoffene streetpunker gesehen. Ich muss mich wohl noch etwas besser einfinden.

Frühmorgendliches Bla Bla

geschrieben am 20.01. 11h
Viel zu lange geschlafen und gefroren. Bitterkalt! Vielleicht 8 ° C im zimmer & die beiden wolldecken waren nicht warm genug. Das pendel schwing weit aus. [unser autor scheint am dokumentationswahnsinn zu leiden. Vielleicht will er sich der eigenen signifikanz versichern indem er versucht selbst banalste dinge an die nachwelt zu überliefern? Mit mehr solchen nonsenses wird er sich die leserschaft woh eher vergrätzen.]

ruhe nach dem feuer

geschrieben am 19.01. 20h in a balla balla mood
Die ruhe nach dem feuer
Es ist zeit für das notfallbier. Derer mal zwei waren, in einer box für den fall des tiefpunktes mitgegeben. Leider hatte eines davon bereits mein rucksack getrunken. Als ich am Sonntag ankam und nach der ersten tour durch die stadt in mein hostel in den nun leider renovierungsbedürftigen raum 211 zurückkehrte & die ersten sachen auspacken wollte vernahm ich bereits beim betreten des raumes einn vertrauten knipegeruch. Nun ja, die eine flasch war zerbrochen & ein teil meiner spärlichen habe in bier getränkt. Aber eben jene sachen konnte ich ja inzwischen auf kosten der jugendherberge als brandschaden in die reinigung geben. Wie sich die dinge doch manchmal in einander fügen…
Aber jetzt zu dem anderen bier. Ich liege hier auf dem bett meine neuen einzelzimmers in einer pension in der altstadt. Endlich darf ich in MEINEM zimmer rauchen & bier trinken [das hat sich ja leider inzwischen wieder erledigt]. Und gerade vor dem hintergrund der vergangenen acht ist die an sich idyllische lage notfall und fluchtwegtechnisch eine katastrophe. Vielleicht deswegen jetzt das bier zur beruhigung. In der sehr verwinkelten und unübersichtlichen altstadt liegt diese pension in einer sehr kleinen gasse [im jüdischen viertel, aber das weiss ich auch erst seid ich da nicht mehr wohne]. Durch einen gang gelangt man durch ein eisengitter in einen der typischen mit marmor und glasierten fliesen gestalteten innenhöfe. An einer gegenüberliegenden ecke, man darf sich das alles nicht symmetrisch vorstellen, führt eine schmale gekachelte treppe auf eine um den innhof fühende ballustrade und es geht ab zu zimmern, gibt es andere stiegen und treppen. Eine von diesen, eine schmale hölzerne, führt steil hinauf, man steht direkt vor inem zimmer, muss aber nach rchts daran vorbei auf eine terasse. Wenn man diese überquert und an die brüstung zum innenof tritt sieht man, das über ine schmale stiege zwei weitere zimmer zu erreichen sind. Nun, ich habe das hintere. Den weg zum bad erspare ich euch und mir an dieser stelle.
Aber rustikales ambiente hin oder her, nun bin ich wohl endgültig auf mich allein gestellt. Mal sehen was sevilla an weiteren abenteuern zu bieten hat. Aussergewöhnlich finde ich es zumindest auch meinen sonnenbrand im januar. Und so gehe ich nach einem langen tag zu bett ohne mir die zähne zu putzen. Meine zahnbürste gehörte zu den opfern der flammen.
[pathetisches geschwafel galore. Ich sollte den schwachsinn den ich uebermüdet und angetrunken in den block kritzel vielleicht besser doch nicht abtippen und veröffentlichen]

ein heisser auftakt

geschrieben am 19.01. um etwa 6 uhr morgens
Erster Eintrag:
Ich sitze gerade seid einiger Zeit im frühstücksraum der jugendherberge in sevilla. Ich wurde gerade von der feuerwehr vom balkon meines zimmers gerettet.
Aber fangen wir doch vielleicht etwas früher an. Da ich aufgrund meiner Wohnungslosigkeit und allgemeinen desorientierung viel durch die stadt irre schmerzten mir heute abend sehr die füsse und ich beschloss in der herberge in meinem luxoriösen drei bett zimmer zu bleiben. Gemäss meiner Vorsätze ging ich gegen 23 zu bett, nachdem ich ein stück papier in die tür geklemmt hatte damit ich nicht afzustehen brauchte wenn die Zimmergenossinnen zurückkehren würden.
Das erste mal erwachte ich als ein Vogel aus Argentinien irgendwann erschien, krach machte und nachdem ich aus reiner Höflichkeit meinte, das mich das Licht nicht stören würde, noch ewig rumwurschtelte und mir naturgemäss auf den wecker fiel. Noch später erschien dann jakob aus polen, davon nahm ich aber wenig notiz.
Als ich dann das dritte mal erwachte blickte ich verschlafen zur decke und fand es doch sehr dunstig im zimmer, auch das geschrei der anwesenden spanischen schulklassen kam mir zu der uhrzeit unangemessen vor. Dann realisierte ich das wohl etwas nicht in ordnung ist. Auch der junge mann aus argentinien (ich reduziere ihn auf seine nationalität da er das auch tat) wirkte zusehends nervöser. Dann merkten wir beide: Feuer! Es brennt. Der qualm wurde zusehends dichter und wir zusehends unruhiger. Schnell, wo sind die klamotten. Hose finden, schuhe an, jacke anziehen… Aber was ist mit jakob? Er schläft noch!!! Also gerüttelt, versucht durcheinaner schreiend, der andere auf spanisch und englisch, ich auf englisch und deutsch. Wir begannen unsere habe zu retten, aber wohin? Tür auf, ganz viel qualm, nichts zu sehen, tür schnell wieder zu. Auf den balkon! Schnell die paar klamotten retten die ich habe. Dann erst den kleinen rucksack mit dem notebook auf den balkon, dann zurück rein. Schnell den anderen grosen rucksack. Es gibt kein licht, der qualm wird immer dichter, auf den balkon, wieder rein, versucht sachen aus dem schrank zu klauben. Absolut nichts mehr zu sehen ausser dem hellen loch, das wohl die offene balkontür war. Dann auf dem balkon festgestellt das es sehr ungünstig wäre wenn alles verbrennen würde. Der typ aus südamerika hat in seiner panik alles gepackt was er im raum noch greifen konnte. Auch bettlaken und die nachttischlampe, jakob hat nichts ausser seiner jacke und seinen schuhen, ich wenigstens die wichtigen sachen. Dann geht die panik weiter: wir stehen au dem balkon, können die situation nicht einschätzen, wir müsen die balkontür schliessen da dichte rauchschwaden aus der tür quellen. Auch durch die geschlossene tür kommt noch jede menge rauch. Wir sehen aus allen zimern links von uns sogar noch grössere rauchschwaden. Zwei balkone weiter stehen auch noch menschen, einen rechts von uns ebenfalls aber ansonsten sehen wir im innenhof vor allem leute in panik, irgendwelch sachen auf spanisch schreiend hin und her laufen, vor allem aber raus aus dem innenhof. Der junge mann, der nicht jakob ist, fängt an seine sachen von balkon zu schmeissen (2. stock, etwa 12 meter, vielleicht weniger auf jeden fall viel zu viel zum springen. Wir stehen nun auch auf dem balkon in dichten rauchschwaden. Der argentinier beginnt bettlaken zusammenzknoten, gibt das wieder auf, wir versuchen untereinander klären ob wir uns in lebensgefahr befinden, oder nicht und was wir machen sollen. Mein kopf sagt nein, abwarten, es wird wohl hilfe kommen, meine zitternden knie und meine restlichen gefühle sagen mir: ich muss hier raus.
Dann endlich kommen offiziös ausehende menschen und rufen:“tranquilo, tranquillo“ und ganz viel andere sachen die ich nicht verstehe. Das bestärkt mich aufzuhören darüber nachzudenken wie ich mit meinen beiden rucksäcken (ich denke materialistisch!) am gebäude heruntergeklettert komme.dann nach ewigkeiten erscheinen bomberos (feuerwehr), noch später sehe ich das leitern in den innenhof geschleppt werden. Dann wird logischerweise begonnen zuerst die leiter am wesentlich gefähdeteren balkon links von uns aufzubauen. Aber warum zum teufel können sie die leiter bei uns nicht einfach zeitgleich erichten!?!?! Unsere situation ist immer noch sehr unkomfortabel. Wir stehen in dem qualm der sehr dicht aus dem beiden zum balkon führenden türen entweicht. Dann endlich die leiter, verwirrt warten wir ab, versuchen sie irgendwie entgegenzunehmen, können die gesten nicht deuten ob wir zupacken sollen oder die finger davon lassen. Dann erste absprachen, wer geht zuerst? Ich biete generös anderen den vortritt an obwohl weder frauen nocht kinder zu gegen sind. Da das die anderen aber auch so halten ist somit nichts gewonnen. Dann steigt ein bombero hoch. Bindet die leiter mit einer schnur am geländer fest und hilft uns auf die leiter, erst der argentinier, dann ich, dann jakob. Meinen orangenen rucksack lasse ich mit meinen kompletten anziehsachen. Zurück. Denn: ich habe mich nicht getraut ihn vom balkon zu schmeissen, meinen schlafsack habe ich aber noch vorher über board geworfen. Man kann ja nie wiessen wie es weitergeht.Wackelig steige ich die leiter herunter, beobachte von unten was weiter passiert. An sich nichts was ich nicht schon von unten gesehen hätte. Dann werden wir von einem polizisten (? Es scheint hier drei verschiedene sorten zu geben) zum sammelpunkt geleitet und dann passierterst einmal lange nichts.
Aber hier sind ein paar aufmunternde scenen zu beobachten. Wir haben s garnicht so schlecht getroffen. Wir haben schuhe an, wir haben unsere jacken und alle haben wenigstens die wirklich wichtigen sachen mitnehmen können. Andere im pyjama können leider nichts ausser ihrem notebook an die brust drücken. Dann frieren, abhängen und lästern. Wo sind die getränke, warum werden wir nicht von sanitätern befragt etc. irgendwann bekommn die ärmsten wenigstens decken ausgeteilt.
Dann grosses meeting im frühstücksraum. Da der strom noch komplett ausgeschaltet ist wurden bedeutend wirkende halogenstrahler aufgebaut. Es ist inzwischen 4 h und ich schätze das etwa 80 leute im saal sind. Es wird sich des buffets bemächtigt, das herumstehende wasser verteilt etc. Durch die anwesenden spanischen schulklassen kommt schnell pyjama party feeling auf, es wird irgendwem ein geburtstag ständchen gesungen, flamencoesk geklatscht und ausserdem mit den geretteten notebooks rumgepost (nein zu diesem zeitpunkt war meines noch im rucksack). [an dieser stelle brechen die aufzeichnungen ab. Nicht etwa weil unser autor zu schaden gekommen waere sondern vielmehr da zwei stunden akku laufzeit erreicht waren.]
Ein paar Tage später noch unemotionaler ergänzt. Wir mussten dann bis etwa 10 uhr im frühstücksraum ausharren. Man hätte auch ab etwa 6:30 h in irgendwelchen zur verfügung gestellten zimmern nächtigen können. Jakob und ich entschieden sich jedoch dafür lieber aufzubleiben. Dann die erste besichtigung: treppe hoch, der flur komplett dunkel da die elektrik logischerweise abgeschaltet war. Dann an drei ausgebrannten zimmern vorbei, decken konstruktion, kabelkanäle, lampen etc von der decke gerissen. Dann unser zimmer: alle sachen mit einer braun, grauen dreckschicht bedeckt, auch im schrank etc. Jeder gegenstand hinterlässt einen deutlichen negativabdruck seiner selbst. Hardware abgewischt, alle klamotten in einen plastiksck gepackt und auf herbergskosten reinigen lassen. Bereits am nächsten tag hatte ich die sachen sauber und trocken zurück. Alles in allem also sehr glimpflich ausgegangen.
ergänzung 30.01.06 13h
kleine ergänzung augrund der nachfragen. der brand wurde wohl von einer nicht sachgemäss gelöschten zigarettenkippe ausgelöst. verschuldet hat das wohl ein 72 jger opa, der anscheinend auf seinem zimmer geraucht hat [und ich bin immer auf den balkon…].
da das feuer dann wohl recht fix out of control war konnte sich jener opa dann nur durch einen sturz aus dem fenster im zweiten stock retten. dabei hat er sich nicht unerhebliche verletzungen zu gezogen. wie es ihm inzwischen geht weiss ich nicht.
das entnahm ich alles einem zeitungsartikel den ich müevoll mit einem dictionary in der hand wort für wort entzifferte. die aussage der herbergsleitung „die sicherheitsvorkehrungen haben alle funktioniert“ liess auch kurzzeitig den wunsch in mir aufkeimen einen leserbrief zu schreiben in dem ich nachfragen wollte ob funktionerende sicherheit bedeutet das sich die hostel gäste selberretten bis die feuerwehr eintrifft, oder aber ob damit das simle rufen der feuerwehr gemeint war. da ich aber ein sehr phlegmatischer mensch bin habe ich es dann gelassen.